Freitag, 17. Juli 2026

ÖTSV Union St. Martin - Union Rainbach im Innkreis

St. Martin im Innkreis, Sportplatz Jenseits
Innviertler-Cup (OÖ), 180 Zuschauer, 6:1

Wegen einer herannahenden Gewitterfront im burgenländischen Bernstein musste ich meine Reisepläne ändern und habe mich für ein Ersatzprogramm entschieden. Mein Ersatzprogramm führt mich zu einem weiteren Spiel des Innviertler Cups nach St. Martin im Innkreis. Gespielt wird auf einer Anlage mit einem kuriosen Namen: Dem ‚Sportplatz Jenseits‘. Der Hintergrund? Die Antiesen teilt den Ort in zwei Hälften. Während sich das Zentrum in Diesseits befindet, liegt die Sportanlage auf der östlichen Seite der Antiesen – also sprichwörtlich im Jenseits.

Die ÖTSV Union St. Martin empfängt in der 2. Runde des 34. Innviertler Cups die Union Rainbach. Wie immer hat im Innviertler Cup die Mannschaft mit der niedrigeren Ligazugehörigkeit Heimrecht. Während St. Martin in der kommenden Saison in der 1. Südwest spielt, ist Rainbach in der Bezirksliga zu Hause. 

Wie am Mittwoch in Passau gibt es auch in St. Martin vor dem Anpfiff eine Trauerminute. Im Gegensatz zu Passau gibt es hier einen Platzsprecher, der die Besucher darüber informiert, für wen getrauert wird. Es handelt sich um Leo Kornbinder, der kürzlich im Alter von 94 Jahren gestorben ist. Er war das letzte noch lebende Gründungsmitglied des 1959 ins Leben gerufenen Innviertler Cups.

Von einem Klassenunterschied ist nichts zu sehen, die beiden Kontrahenten liefern sich ein Duell auf Augenhöhe. Unter den 180 Besuchern befinden sich neben mir auch Andi St., Philipp und seine Kids. Die Hausherren sind effektiv, Karic und Zheng bringen St. Martin mit 2:0 in Führung, ehe Lindak in der letzten Aktion vor der Pause einnetzt, und damit Rainbach wieder ins Spiel zurückbringt.

Während ich mich in der Pause mit einer Schnitzelsemmel begnüge, greift Andi zu einer Vereinschronik. Man darf gespannt sein, wann unser Hopperkollege sein Museum eröffnet. Nach einem Kickerl mit Dominik & Daniel kann es auch schon wieder weitergehen. 

In der nach wie vor ausgeglichenen Partie gelingt den Hausherren in der 74. Minute das 3:1. Nun ist Rainbach gebrochen, es folgen drei weitere Treffer (sowie eine rote Karte für die Gäste). Damit zieht der Außenseiter St. Martin mit einem 6:1-Erfolg in die nächste Runde des Innviertler Cups ein.

Während Andi nun das Auto "wechselt" und mit mir die Heimreise antritt, geht es für Philipp und seine Kinder nach Bayern, wo sie morgen 2 Spiele verfolgen werden.
































Mittwoch, 15. Juli 2026

DJK Eintracht Passau - TSV Kößlarn

Passau, Sportanlage an der Veste Oberhaus
Totopokal Niederbayern Ost, 30 Zuschauer, 3:7

Eigentlich wäre heute der VfB Passau Grubweg im Kreispokal Niederbayern Ost auf meiner Agenda gestanden. Da jedoch der Hopperkollege Andi St. schon am Grubweg zugegen war, switchen wir zur DJK Eintracht aus Passau. Zuschauertechnisch hat sich dieser Wechsel nicht gelohnt, aber die Tatsache, dass die erst vor kurzem sanierte Sportanlage an der Veste Oberhaus liegt, gleicht das mehr als nur aus.

Quasi ums Eck liegt nämlich die im Jahr 1219 erbaute Veste, die zu den größten und am besten erhaltenen Burganlagen Europas zählt. Außerdem befindet sich keine 3 Gehminuten vom Sportplatz entfernt der beste Aussichtspunkt von ganz Passau. Besser könnte ein Rahmenprogramm kaum sein.

Bei diesem empfängt die Eintracht in der 2. Runde des Totopokals Niederbayern Ost den TSV Kößlarn aus dem Südwesten des Landkreises Passau. Die Gäste gelten als Favoriten, schließlich spielen sie in der Kreisklasse, während die Gastgeber eine Klasse darunter in der A-Klasse um Punkte kämpfen.

Vor dem Anpfiff kommen wir dank Andi mit dem Kassier ins Gespräch. Als dieser erwähnt, dass er aus Ungarn stammt, wirft ihm Andi das Wort "Ferencváros?" entgegen. Der Herr antwortet genauso schnell mit "Ujpest!" Als ich ihm sage, dass er dann aber die falschen Farben trägt, erwidert er: "Ja, die zu Hause fragen mich eh immer, wie ich so etwas anziehen kann." 

Wir bekommen von ihm aber auch die Info, dass der Rasen auf der Anlage bundealigatauglich ist und es heute keine Speisen, dafür aber Bier der Löwenbrauerei Passau gibt. Andi meint resignierend: "Gut, das wird dann ein Müsliriegel!" 

Das Spiel beginnt mit einer Trauerminute. Da es keinen Platzsprecher gibt, erfahren wir nicht, für wen hier und heute getrauert wird. Wie auch immer, die Gäste erwischen einen Start nach Maß, Holzapfel trifft schon in der 3. Minute zum 0:1. Den Gastgebern ist das Bemühen nicht abzusprechen, die Gäste sind jedoch klar überlegen. Umso ärgerlicher ist es, dass das 0:2 aus einem groben Abwehrfehler resultiert.

Mitte der 1. Halbzeit geht eine Dame bei uns vorbei. Andi ist sich sicher: "Des is a Rumänin!" Meine Frage, wie er darauf kommt, beantwortet er wie folgt: "De Hoor, Ihr Gehabe und de Schuach!" Tja, wenn es einer wissen muss … Andi ist heute überhaupt in Topform, die nächste kuriose Meldung folgt nämlich schon kurz darauf: "Die Tribüne erinnert mi on an Busbahnhof!"

Der Pausenstand lautet 0:5. Nach dem 6. Tor in der 55. Minute wechseln die Gäste mehrere Spieler aus. Es dürfte sich dabei um die Leistungsträger gehandelt haben, denn plötzlich übernehmen die Hausherren das Kommando. Binnen 11 Minuten verkürzt die Eintracht auf 3:6. Nach dem 3. Eintracht-Treffer plärrt Goalie "Haschi" Hilal: "Wir holen den Sieg!" 

Trotz der kurzzeitigen Euphorie sollte das nicht passieren, für das nächste und zugleich letzte Tor ist wieder Kößlarn zuständig, womit diese kurzweilige Partie mit 3:7 endet.  Die drei Damen, die sich während der Partie mehrmals von unserem ungarischen Freund ein "Letschnbräu" geholt haben, kreischen unmittelbar nach dem Abpfiff derart schrill, als hätte Kößlarn gerade den Pokal geholt. Während dies bei Kößlarn tatsächlich noch im Bereich des Möglichen ist, kann sich die Eintracht nun voll und ganz auf die in Kürze beginnende Meisterschaft konzentrieren.