Sonntag, 23. August 2026

SC Mariasdorf - SG Redlschlag

Mariasdorf, Sportplatz
2. Klasse Süd A (Burgenland), 150 Zuschauer, 0:2

Knapp eine Woche nachdem ich den Wiedereinsteiger Baumgarten besuchte, geht es heute zum zweiten Comebackverein des Burgenlands. Im Gegensatz zu Baumgarten setzte der SC Mariasdorf jedoch nur ein Jahr aus. Dies wurde mit Spielermangel begründet. In diesem Jahr konnte wieder eine Mannschaft gestellt werden, sodass der Verein nun – mit neuem Obmann – wieder in der 2. Klasse Süd A antritt. 

In der 3. Runde kommt es zum Duell mit der SG Redlschlag, die nach 2 Runden bei 6 Punkten steht und die heutige Partie als Derby bezeichnet. Mariasdorf konnte das 1. Heimspiel gegen Hochart gewinnen, ehe man in Kemeten eine Niederlage hinnehmen musste.

Andi St. und ich erreichen die hübsche Sportanlage, nachdem wir im Zuge der Kulturrunde neben der sehenswerten Pfarrkirche gleich zwei Gemeindeämter fotografiert haben. Für ein Derby spricht auch der heutige Besuch. Es sind auf jeden Fall mehr als die offiziell angegebenen 150 Besucher, die dieses Spiel heute verfolgen.

Die sehen in der ersten Viertelstunde eine dominante Redlschlag-Elf. 2 Abschlüsse werden von Mariasdorf auf der Linie geklärt. Nach diesen 15 Minuten ist aber auch Mariasdorf voll da und gestaltet das Spiel offen.  Zwei Abschlüsse werden von Mariasdorf auf der Linie geklärt. Nach diesen 15 Minuten ist aber auch Mariasdorf voll da und kann das Spiel offen gestalten.

Wie so oft nehmen sich die Burgenländer kein Blatt vor dem Mund, vor allem, wenn es um vermeintliche Fehlentscheidungen des Schiedsrichters geht. So plärrt ein aufgebrachter, älterer Herr nach einer knappen, aber korrekten, Abseitsentscheidung: "Schiri, host an Sonnenstich oda wos?"

Sehr gut gefällt uns auch ein weiterer älterer Herr, der beim Abkassieren eine ÖFB-Karte aus seiner Tasche zieht und meint: "Ich bin aktreggigiert" und dies mit der Aussage: "Ich bin vom ÖFB, dem Hauptsponsor" versucht zu untermauern versucht.  In der 44. Minute geht Redlschlag durch einen Treffer von Bazso in Führung, nachdem man kurz zuvor einen Elfer 3 Meter über das Tor setzte.

In der Pause geht es in die Kantine, wo ich eine "Saubratensemmerl" bestelle. Nachdem die junge Dame mir das Semmerl überreicht hat, schaut sie Andi ins Gesicht und sagt: "Und du nimmst auch ein Semmerl!" Andi bejaht und meint fasziniert: "Die lest da die Wünsche von de Lippen ob!"

Nachdem Mariasdorf mehrere gute Chancen zum Ausgleich ungenutzt lässt, trifft Marok in der 66. Minute für Redlschlag. In der umkämpften Partie kommt es mehrmals zu knappen Abseitsentscheidungen. Die Unterhausexperten (@Franz A.) sehen das naturgemäß manchmal anders als der Schiedsrichter, der dann auch mal als „Sauschädl” bezeichnet wird. Das ist natürlich großartig, wenn man gerade eine Saubratensemmel in der Hand hält.

Zum Ärger seines Trainers holt sich der Torschütze zum 0:1, Adam Bazso in der 89. Minute eine völlig unnötige rote Karte wegen einer Tätlichkeit ab. Es sollte das letzte "Highlight" in diesem kurzweiligen Spiel in Mariasdorf sein. 






























Mittwoch, 19. August 2026

Nestos Chrysoupolis - Apollon Kalamarias

Chrysoupolis, Stadio Dimotiko
Kypello Eladas (Qualifikation), 1.200 Zuschauer, 1:0

Wie vor genau einem Jahr bin ich auch 2026 bei einem Qualifikationsspiel zum griechischen Cup live dabei. Das muss mir erst einer nachmachen! Diesmal geht es in die 8.800 Einwohner zählende Kleinstadt Chrysoupolis in der Region Ostmakedonien und Thrakien.

Der hiesige Verein heißt Nestos und ist nach dem Fluss benannt, der durch die Stadt fließt. Im Vorjahr beendete der AS Nestos Chrysoupolis als Aufsteiger die Nordgruppe der 2. Liga auf dem 7. Platz. Dadurch musste der Verein ins sogenannte Play-out, wo er den sehr guten zweiten Rang erreichte und somit auch in diesem Jahr wieder in der zweiten Liga antreten darf. Dort trifft man unter anderem auf seinen heutigen Cupgegner Apollon Kalamarias, dem heuer der Aufstieg in die 2. Liga gelang.

Trotz Temperaturen jenseits der 30 Grad-Marke und der Anstoßzeit um 17 Uhr sollte sich das Städtische Stadion ausgezeichnet füllen. Der für die Heimfans geöffnete Sektor rund um die schattenspendende, überdachte Tribüne ist komplett gefüllt. Aber auch im Gästebereich finden sich rund 100 Menshen ein, von denen rund 20 während der ganzen Partie supporten. Kalamaria befindet sich übrigens im Ballungszentrum Thessalonikis.

Die Gastgeber sind von Beginn an die bessere Elf. Mit technisch gepflegtem Fußball kommt man immer wieder gefährlich vor das Tor der Gäste, doch deren Innenverteidigung steht gut. Mitte der ersten Halbzeit wird das vermeintliche 1:0 wegen Abseits aberkannt. Gäbe es einen VAR, hätte dieser definitiv eingegriffen. So steht es zur Pause trotz 70 % Ballbesitz für Nestos 0:0. Schmeichelhaft für die Gäste.

In der 51. Minute gelingt den Gastgebern schließlich die längst überfällige Führung. Petros Giakoumakis trifft aus der Drehung zum 1:0. In der Folge zieht sich Nestos zurück, wodurch Apollon zu dem einen oder anderen Torabschluss kommt. 

Noch gefährlicher sind jedoch die Konter der Gastgeber. Ein Tor resultiert daraus allerdings nicht. Da auch der letzte Freistoß vom Nestos-Torhüter gehalten wird, ziehen die Gastgeber in die Gruppenphase des griechischen Pokals ein. Dort wird man bestimmt einen großen Namen im heimischen Stadion begrüßen.