Samstag, 25. April 2026

SC Gußwerk - UFC Mariazell

Mariazell, Sportplatz
Gebietsliga Mürz (Stmk.), 400 Zuschauer, 2:0

Heute steigt in Gußwerk wieder das "Spiel der Spiele" zwischen dem SC Gußwerk und dem UFC Mariazell. Die Vorzeichen beim Mariazellerland-Derby könnten dieses Jahr nicht besser sein: Der Tabellendritte empfängt den Tabellenführer. Kein Wunder, dass sich die Tribüne am Sportplatz in Gußwerk bis auf den letzten Platz füllt.

Unmittelbar vor dem Anpfiff posiert die Elf von Gußwerk in ihren neuen Dressen, die heute eingeweiht werden. Der Gegner aus Mariazell spielt komplett in Orange, was einem Anhänger der Gäste zum Motivationsruf: "Gemma Oranje!" inspiriert. 

Die Oranjes sind zu Beginn die klar bessere Elf. Gußwerk wird förmlich überrannt, übersteht diese Phase jedoch unbeschadet. In der 19. Minute landet ein Gußwerk-Kopfball nach einem Corner an der Latte, der unmittelbare Konter von Mariazell endet ebenfalls am Aluminium. 10 Minuten später sorgt Rakuciak für die Führung der Gastgeber, die nun voll in der Partie angekommen sind. Die Besucher - inklusive eines Kinder-Fanclubs - sind aus dem Häuschen. 1:0 lautet auch der Pausenstand.

Eine Schweinsbraten-Semmel später kann es auch schon weitergehen. Der SCG steht in der Defensive stabil und dem Tabellenführer gehen langsam die Ideen aus. Es kommt zur Nachspielzeit, in der in meinen beiden letzten Spielen jeweils ein Tor nach einem Konter erzielt wurde. Unglaublich, aber wahr: Dieses Schauspiel sollte sich auch heute wiederholen. In der 93. Minute laufen gleich 2 Gußwerk-Spieler auf den Mariazell-Goalie zu. Manuel Schmidberger hat ein leichtes Spiel, indem er das uneigennützige Zuspiel seines Mitspielers ins leere Tor abschließen kann.

Beim anschließenden Jubellauf Richtung Tribüne springen mehrere Besucher und Funktionäre auf das Feld, um mitzufeiern. Auf der Tribüne werden Gesänge  wie der Gußwerk-Walzer angestimmt. Kurz darauf ist Schluss, Gußwerk kann sich als Mariazellerland-Derbysieger feiern lassen. Mariazell liegt nun nur mehr 3 Punkte vor Verfolger Oberaich. Weitere 3 Punkte dahinter lauert der Derbysieger.







































Freitag, 24. April 2026

SC Haslau/Maria Ellend - SK Schwadorf

Haslau, Sportplatz
2. Klasse Ost, 100 Zuschauer, 0:3

Als ich den SK Schwadorf im Jahr 2014 auf deren Anlage besuchte, spielten sie nach in der Landesliga. Heute, 12 Jahre später finden sich die Schwadorfer in der untersten Ligastufe wieder. Heute ist man als Viertplatzierter der 2. Klasse Ost beimTabellenzehnten SC Haslau/Maria Ellend zu Gast.

Die 100 Besucher müssen länger als geplant auf den Anpfiff warten. Da der vorgesehene Linienrichter nicht auftaucht, springt ein Besucher ein. Er dürfte am Flughafen beschäftigt sein, denn er wachelt mit seiner Fahne herum, als wäre er ein Flugzeug-Einwinker.

Trotz des verspäteten Anpfiffs verschlafen die Gastgeber die Anfangsphase komplett. Schwadorf spielt sich Chance um Chance heraus und geht daher auch verdient in der 15. Minute in Führung. Der Coach von Maria Ellend meint nach dem Gegentor: "A bissal wos miassma schon tun!" Tatsächlich tun die Herren in Blau ab diesem Zeitpunkt a bissal was.

Just in der Phase, in der es schon verdächtig nach Ausgleich riecht, erhöht Schwadorf aus einem Konter auf 0:2. Die Fans aus Haslau sind überzeugt davon, dass der Torschütze mindestens 3 Meter im Obseits gstondn ist. In der Bundesliga hätte es jetzt wohl einen VAR-Eingriff gegeben.

Nachdem Maria Ellend in der Folge weitere Möglichkeiten vergibt, werde ich Ohrenzeuge des folgenden Dialogs zwischen zwei Damen: "Meinst, wird des heit nu wos?" "Na i glaub ned, Gemma wos trinken!"

Apropos Trinken: Während ich mich mit einem Fleischlabersemmerl begnüge, kaufen sich Schwadorf-Anhänger einen Liter Bacardi und 2 Flaschen Cola. Die BCs werden im Laufe der 2. Halbzeit auch rasch geleert. 

Kurz vor der 90. Minute bekommen die tapfer kämpfenden Hausherren einen Elfmeter zugesprochen. Einer der Bacardi-Trinker schreit lallend Richtung Spielfeld: "Gebts dem Schiri nix mehr zum Saufen!" Der Elfmeter wird übrigens vom Schwadorf-Goalie pariert. 

Es folgt ein Déjà-vu. Wie bei meinem letzten Spiel wird auch heute der allerletzte Angriff im Tor untergebracht. Peter Balanik trifft erneut nach einem Konter. Heute ist das kein Problem, da die Anzeigetafel nicht in Betrieb genommen wurde. Somit endet die Partie mit 0:3. Während ich die Anlage verlasse, kommt einer der Schwadorf-Fans mit einer weiteren Bacardi-Flasche aus der Kantine...