Freitag, 24. April 2026

SC Haslau/Maria Ellend - SK Schwadorf

Haslau, Sportplatz
2. Klasse Ost, 100 Zuschauer, 0:3

Als ich den SK Schwadorf im Jahr 2014 auf deren Anlage besuchte, spielten sie nach in der Landesliga. Heute, 12 Jahre später finden sich die Schadorfer in der untersten Ligastufe wieder. Heute ist man als Viertplatzierter der 2. Klasse Ost beimTabellenzehnten SC Haslau/Maria Ellend zu Gast.

Die 100 Besucher müssen länger als geplant auf den Anpfiff warten. Da der vorgesehene Linienrichter nicht auftaucht, springt ein Besucher ein. Er dürfte am Flughafen beschäftigt sein, denn er wachelt mit seiner Fahne herum, als wäre er ein Flugzeug-Einwinker.

Trotz des verspäteten Anpfiffs verschlafen die Gastgeber die Anfangsphase komplett. Schwadorf spielt sich Chance um Chance heraus und geht daher auch verdient in der 15. Minute in Führung. Der Coach von Maria Ellend meint nach dem Gegentor: "A bissal wos miassma schon tun!" Tatsächlich tun die Herren in Blau ab diesem Zeitpunkt a bissal was.

Just in der Phase, in der es schon verdächtig nach Ausgleich riecht, erhöht Schwadorf aus einem Konter auf 0:2. Die Fans aus Haslau sind überzeugt davon, dass der Torschütze mindestens 3 Meter im Obseits gstondn ist. In der Bundesliga hätte es jetzt wohl einen VAR-Eingriff gegeben.

Nachdem Maria Ellend in der Folge weitere Möglichkeiten vergibt, werde ich Ohrenzeuge des folgenden Dialogs zwischen zwei Damen: "Meinst, wird des heit nu wos?" "Na i glaub ned, Gemma wos trinken!"

Apropos Trinken: Während ich mich mit einem Fleischlabersemmerl begnüge, kaufen sich Schwadorf-Anhänger einen Liter Bacardi und 2 Flaschen Cola. Die BCs werden im Laufe der 2. Halbzeit auch rasch geleert. 

Kurz vor der 90. Minute bekommen die tapfer kämpfenden Hausherren einen Elfmeter zugesprochen. Einer der Bacardi-Trinker schreit lallend Richtung Spielfeld: "Gebts dem Schiri nix mehr zum Saufen!" Der Elfmeter wird übrigens vom Schwadorf-Goalie pariert. 

Es folgt ein Déjà-vu. Wie bei meinem letzten Spiel wird auch heute der allerletzte Angriff im Tor untergebracht. Peter Balanik trifft erneut nach einem Konter. Heute ist das kein Problem, da die Anzeigetafel nicht in Betrieb genommen wurde. Somit endet die Partie mit 0:3. Während ich die Anlage verlasse, kommt einer der Schwadorf-Fans mit einer weiteren Bacardi-Flasche aus der Kantine... 






























Mittwoch, 22. April 2026

TSV DJK Oberdiendorf - TSV Grafenau

Oberdiendorf, Sportanlage
Bezirksliga Niederbayern Ost (D), 120 Zuschauer, 1:2

Englische Woche in der bayerischen Bezirksliga! Ein Angebot, dass ich gerne annehme. Damit geht es für Andi und mich heute in die zu Hauzenberg gehörende Ortschaft Oberdiendorf. Dort empfängt auf der hiesigen Sportanlage der TSV DJK Oberdiendorf den TSV Grafenau. Der Achte trifft auf den Neunten. Mehr Mittelfeldduell geht in einer Sechzehnerliga nicht.

Vor 120 Zuschauern sind die Gäste auf der hübschen Anlage von Beginn an die bessere Elf. Nachdem Grafenau im Minutentakt gefährlich vor dem Deandorfer Tor auftauchen, plärrt ein Besucher erbost: "Wos is heid los, Huanskruzifix!" 

Typisch Fußball: In der 14. Minute kommen die Gastgeber zu ihrem 1. Abschluss. Der Schuss von Fabian Schwarz landet auch gleich im Tor. Die Gäste wirken nicht geschockt und spielen weiterhin munter nach vorne. Allerdings werden sämtliche Torgelegenheiten vorerst vergeben, sodass Oberdiendorf bei einem Torschussverhältnis von 2:10 mit einer 1:0-Führung in die Pause geht.

In dieser stärken wir uns mit einer Schnitzelsemmel, die mit Zwiebeln und einer Currysauce serviert wird. Sehr artig! In der 51. Minute gelingt Abrham der überfällige Ausgleich. Der Fanclub der Gäste jubelt mit dem Chant "Stodbärn A U, A U, Stodbärn A U, A U". Einige Burschen aus Oberdiendorf kontern mit "Auf geht's Deandorf, Auf geht's"

Das hilft alles nichts, die Stodbärn bleiben nämlich dominant, Raml trifft in der 70. Minute zur erstmaligen Führung. In der 89. Minute sind sich auch die Jungs aus Deandorf sicher: "Des is scho valurn!" 

Da Schri Scheungrab scheinbar Freude mit dem Spiel hat, werden die Herrschaften des Grafenauer Fanclubs nervös. Ich vernehme Rufe wie "Finsta wirds!" und "Wos hostn du für an Wecka?" 

Am Ende der ewigen Nachspielzeit macht Benedikt Wurm mit dem 3. Tor für Grafenau alles klar. Das ist schlecht für mich, da die Anzeigetafel nach diesem Treffer nicht aktualisiert, sondern gleich abgeschaltet wird. Um dennoch einen perfekten Abschluss zu haben geht es nach dem Spiel zum in Hauzenberg ansässigen Apostelbräu, um mir einen Sixpack mit nach Hause nehmen.