Mittwoch, 19. August 2026

Nestos Chrysoupolis - Apollon Kalamarias

Chrysoupolis, Stadio Dimotiko
Kypello Eladas (Qualifikation), 1.200 Zuschauer, 1:0

Wie vor genau einem Jahr bin ich auch 2026 bei einem Qualifikationsspiel zum griechischen Cup live dabei. Das muss mir erst einer nachmachen! Diesmal geht es in die 8.800 Einwohner zählende Kleinstadt Chrysoupolis in der Region Ostmakedonien und Thrakien.

Der hiesige Verein heißt Nestos und ist nach dem Fluss benannt, der durch die Stadt fließt. Im Vorjahr beendete der AS Nestos Chrysoupolis als Aufsteiger die Nordgruppe der 2. Liga auf dem 7. Platz. Dadurch musste der Verein ins sogenannte Play-out, wo er den sehr guten zweiten Rang erreichte und somit auch in diesem Jahr wieder in der zweiten Liga antreten darf. Dort trifft man unter anderem auf seinen heutigen Cupgegner Apollon Kalamarias, dem heuer der Aufstieg in die 2. Liga gelang.

Trotz Temperaturen jenseits der 30 Grad-Marke und der Anstoßzeit um 17 Uhr sollte sich das Städtische Stadion ausgezeichnet füllen. Der für die Heimfans geöffnete Sektor rund um die schattenspendende, überdachte Tribüne ist komplett gefüllt. Aber auch im Gästebereich finden sich rund 100 Menshen ein, von denen rund 20 während der ganzen Partie supporten. Kalamaria befindet sich übrigens im Ballungszentrum Thessalonikis.

Die Gastgeber sind von Beginn an die bessere Elf. Mit technisch gepflegtem Fußball kommt man immer wieder gefährlich vor das Tor der Gäste, doch deren Innenverteidigung steht gut. Mitte der ersten Halbzeit wird das vermeintliche 1:0 wegen Abseits aberkannt. Gäbe es einen VAR, hätte dieser definitiv eingegriffen. So steht es zur Pause trotz 70 % Ballbesitz für Nestos 0:0. Schmeichelhaft für die Gäste.

In der 51. Minute gelingt den Gastgebern schließlich die längst überfällige Führung. Petros Giakoumakis trifft aus der Drehung zum 1:0. In der Folge zieht sich Nestos zurück, wodurch Apollon zu dem einen oder anderen Torabschluss kommt. 

Noch gefährlicher sind jedoch die Konter der Gastgeber. Ein Tor resultiert daraus allerdings nicht. Da auch der letzte Freistoß vom Nestos-Torhüter gehalten wird, ziehen die Gastgeber in die Gruppenphase des griechischen Pokals ein. Dort wird man bestimmt einen großen Namen im heimischen Stadion begrüßen.































Samstag, 15. August 2026

Union Haag - Sportunion Wolfsbach

Haag, Sportanlage
2. Klasse Ybbstal, 380 Zuschauer, 2:2

  

Der Grund, warum ich trotz geographischer Nähe die Union Haag nicht besuchte ist jener, da die Haager in der 1. Klasse West keinen attraktiven Derbygegner hatten. „Dank” des Abstiegs von Haag in die 2. Klasse hat sich das nun geändert. Gleich am 1. Spieltag der 2. Klasse Ybbstal steigt das Derby gegen die Sportunion Wolfsbach - zum 1. Mal seit 15 Jahren!

Anlässlich dieses Ereignisses füllt sich die Haager Sportanlage mit 380 Besuchern hervorragend. Das ist umso beachtlicher, da das Thermometer bei Anpfiff 35 Grad anzeigt. Der Platzsprecher von Haag begrüßt die Zuschauer mit den Worten: „Herzlich willkommen zur Meistersaison 2026/27!” Ein schöner Versprecher zum Saisonstart.

Schiri Flatzensteiner ist nicht nur routiniert, sondern auch streng:  Nachdem er die Teams zum Mittelkreis geführt hat, kommt er zu dem Haager Nachwuchsspieler, der heute die Aufgabe des Linienrichters übernimmt, und ermahnt diesen: "Linienrichter, du nimmst deine Aufgabe ernst!" Der Bursche fragt nach: "Oba Obseits muas i ned zagn, oda?" Flatzensteiner antwortet. "Na! Oba a Out!"

Somit wäre alles geklärt. Die Gäste, die im Vorjahr die 2. Klasse Ybbstal im Mittelfeld abgeschlossen haben, sind zu Beginn besser. Die Führung in der 23. Minute durch Biticaj ist daher auch verdient. Nach dem Tor spielt nur noch "Woischboch", was einem Herren neben mir zur Aussage: "De hom jo übahaupt ka Chance, de Hooga!" bewegt. Umso überraschender kommt der Ausgleich von Nico Harrer in der 43. Minute.

In der Pause geht es in die Kantine, in der neben Schnitzelsemmeln auch Bosna angeboten werden. Die Nähe zu Oberösterreich ist spürbar. 

Ein konträres Bild bietet die 2. Halbzeit. Haag, die durch den Ausgleich kurz vor der Pause offensichtlich viel Selbstvertrauen getankt haben, sind von nun an klar besser. Die Folge ist der Treffer zum 2:1 von Dominik Bichler in Minute 72. Der Treffer ist ähnlich verdient wie das 0:1 in der 1. Halbzeit. 

Aufgrund der Trinkpause, mehrerer Wechsel und einiger Verletzungspausen lässt Flatzensteiner entsprechend lange nachspielen. In dieser Nachspielzeit gelingt Biticaj tatsächlich noch der Ausgleich. Somit endet das 1. Derby zwischen Haag und Wolfsbach mit 2:2. Der Platzsprecher informiert nach dem Abpfiff, dass es sich um den 1. Punktgewinn von Wolfsbach gegen Haag seit 2005 handelt. Wenn das kein Grund zum Feiern ist...