Samstag, 10. Oktober 2026

FC Neudorf - FC Mistelbach

Neudorf im Weinviertel, Friedhofstadion
2. Landesliga Ost, 730 Zuschauer, 0:2

Man glaubt es kaum, aber in der 2. Landesliga Ost gibt es den einen oder anderen Verein, den ich noch nicht besucht habe. Einer davon ist der FC Neudorf, der heute im heimischen Friedhofsstadion den FC Mistelbach zu Gast hat. So spärlich die Kulisse bei den beiden Spielen in der 5. tschechischen Liga war, so gut sollte der Andrang bei diesem echten Derby in der 5. Leistungsstufe Niederösterreichs sein. 730 Besucher sorgen für eine volle Tribüne.

Beim Eingang wartet bereits der mit den Öffis angereiste Andi St. auf mich, von dem auch die Kulturfotos in der Fotostrecke stammen. Der FC Neudorf befindet sich aktuell im Mittelfeld der Tabelle, Mistelbach konnte in den bisher absolvierten 9 Runden 5 Punkte mehr einfahren – und geht damit auch als leichter Favorit ins Spiel.   

In den ersten 20 Minuten ist Mistelbach aber nicht nur leicht, sondern deutlich überlegen. Neudorf kommt kaum über die Mittellinie, übersteht diese Phase aber ohne Gegentor. Nach 20 Minuten ist das Spiel ausgeglichen, große Torchancen gibt es bis zur Pause jedoch weder hüben noch drüben. Logischer Pausenstand daher: 0:0. 

Die Highlights in Halbzeit 1 waren rar, dafür folgt in der Pause ein kulinarischer Höhepunkt: Heute werden nämlich Saukistensemmerl angeboten - sogar in zwei Varianten. Ich entscheide mich für die gesurte Version und muss gestehen: Hierbei handelt es sich um eine der besten Sportplatzspeisen, die ich je verkostet habe. 

Ein Highlight ist auch der 1. Treffer in diesem Spiel, für den der Mistelbacher Michael Steingassner verantwortlich ist. Er trifft in der 62. Minute sehenswert per Weitschuss-Volley. Selbst die Neudorfer Nachwuchsspieler neben geben zu, "dass des a schens Tor wor!" Zwei Minuten zuvor landete übrigens ein Abschluss von Neudorf an der Stange. So knapp liegen Freud & Leid beieinander.

Nachdem Neudorf in der Folge einige Halbchancen vorfindet, macht Ebersberger mit dem 2. Tor für Mistelbach den Sack endgültig zu. Dabei bleibt es. Somit hört man nur von der rechten Seite der Tribüne, wo sich die Anhänger aus Mistelbach befinden, den altbekannten "Derbysieger, Derbysieger!"-Chant.

Während am Sportplatz jetzt bestimmt noch das eine oder andere Achterl getrunken wird, geht es für mich nach diesem erlebnisreichen Fußballtag wieder retour in die Heimat - nicht ohne mich am Kühlschrank des nahen Kurvn'Bräu bedient zu haben.






























FC Ivančice - SK Cézava

Ivančice, Městský stadion na Malovansku
5. liga dospělí JmKFS (Tschechien), 70 Zuschauer, 0:7

12 Kilometer südlich von Rosice befindet sich die rund 10.000 Einwohner zählende Stadt Ivančice. Dort wird heute um 13.30 Uhr ein weiteres Spiel der 5. Liga des südmährischen Fußballverbandes angepfiffen. Der Tabellenvorletzte, der FC Ivančice, empfängt den SK Cézava, der sich auf Rang 6 befindet.

Um vom Parkplatz zum Stadion gelangen muss man die Gleise der Bahnverbindung Moravské Bránice–Oslavany überqueren. Zweimal pro Stunde hat man die Chance die hier verkehrende Regionalbahn abzulichten. Ich habe das Glück, dies gleich bei meinem kurzen Fußweg zum Stadion zu schaffen.

Der FC Ivančice steckt gerade in einer Krise, vergangene Woche ging man beim beim Tabellenführer Moravské Knínice mit 0:7 unter. Vielleicht ist dies ein Mitgrund, dass sich das Stadion heute äußerst spärlich füllt. Den Anpfiff sehen gerade einmal handgezählte 30 Besucher. Diese Zahl sollte sich in den nächsten Minuten zwar mehr als verdoppeln, aber von einem gutem Besuch ist man weit entfernt.

Soll schlimmeres geben, ich bin ja nicht wegen der Zuschauer, sondern wegen dem Stadion hier - und das kann überzeugen. Leider ist die Gegentribüne für "normale" Besucher gesperrt. Gut fürs Foto, dass sich dort 2 Pensionisten und ein Ordner niederlasse. Stolz ist man auf den in Ivančice geborenen Nationalspieler Adam Hložek, der hier seine Karriere startete.

Seine Nachfolger oder vielleicht auch ehemaligen Mitspieler haben auch heute einen schweren Stand. Die klar besseren Gäste führen nach 12 Minuten schon mit 2:0. Bis zur Pause kann Ivančice die Partie halbwegs offen gestalten, wodurch man zumindest noch auf die Wende hoffen kann.

In der Halbzeit geht es zum Grillmeister, der im Holzofen Cigáros hängen hat. Man kann zwischen einer "normalen" und einer "großen" Portion wählen. Obwohl ich von den Rosice-Würsten noch gut gesättigt bin, wähle ich die große, die tatsächlich über den Pappteller hinausragt. Serviert werden sie mit Brot und Kremžská. Während ich speise, frage ich mich, ob der Franz aus Kremž bei seinem Besuch hier auch einen Kremžská als Wurst-Begleitung gewählt hat.

In der 2. Halbzeit kann Cézava noch einen Gang zulegen. Nach 74 Minuten steht es schon 0:6. Cézava zeigt Spielzüge, die an Brasilien zu seinen besten Zeiten erinnern. Dabei spielt Ivančice in Gelb-Blau. Nachdem in der Nachspielzeit Simon Vantuch auch seinen 2. Elfer an diesem Tag erfolgreich im Tor unterbringt, endet die Partie für Ivančice schon wieder mit einer 0:7-Klatsche. Das sieht man offensichtlich nicht so gern, denn die Anzeigetafel wird unmittelbar nach dem Schlusspfiff sofort ausgeschaltet.

Sollte Ivančice nicht bald in die Spur kommen, wird man kommende Saison eine Liga niedriger um Punkte kämpfen. Ich mache nach dem Abpfiff noch einen Abstecher in die Pivovar Ivančice, ehe es retour ins Weinviertel geht, wo mein  heutiges Hauptspiel auf mich wartet.