Samstag, 4. April 2026

1. FC Leibnitz - SV Frohnleiten

Leibnitz, Hubert Vamlek Sportanlage
Oberliga Mitte West (Stmk.), 150 Zuschauer, 3:3

An sich passt die Partie Leibnitz gegen Frohnleiten nicht in mein Anforderungsprofil. Doch die Ansetzung um 10:00 Uhr am Ostersamstag gleicht einem Angebot, das man nicht ablehnen kann. Vor allem, wenn man am Vortag im nicht weit entfernten Lannach ein Spiel besucht hat. Als Brucki mir dann später auch noch via WhatsApp mitteilt, dass es ja auch Nord-Süd-Derbys gibt, sind auch meine letzten Zweifel ausgeräumt.

Somit geht es frühmorgens ins Zentrum der Steirischen Weinstraße. Der Kassier meint mit einer entschuldigenden Geste: „So viel wird heute nicht los sein – 10 Uhr am Ostersamstag!” Mit 150 Personen sollte sich die nach der Vereinslegende Hubert Vamlek benannte Sportanlage beim "Süd-Nord-Derby" allerdings doch zufriedenstellend füllen.

Der 1. FC Leibnitz ist 2021 aus der Fusion des AC Linden Leibnitz und des SV Kaindorf/Sulm entstanden. Während die „Erste” überwiegend auf der Anlage im Stadtteil Linden ihre Heimspiele bestreitet, spielen die Damen in Kaindorf. Bei der heutigen Partie handelt es sich um ein Mittelfeldduell der Oberliga Mitte West. Der Achte empfängt den Neunten.

Während auf der Straße hinter der Anlage die „Ratschnbuam” ihre Arbeit verrichten, wird die Partie vom gut gelaunten Schiri Riedel angepfiffen. Auch die Gäste aus Frohnleiten sind gut gelaunt, sie sind nämlich zu Beginn die klar bessere Elf. Dank der Treffer von Vucic und Grigic führen sie nach 35 Minuten mit 2:0. Unmittelbar vor dem Pausenpfiff kommt Leibnitz dank des Anschlusstreffers von Wruss allerdings zurück in die Partie.

Die 2. Halbzeit verläuft dem Tabellenstand entsprechend ausgeglichen. Dennoch sind die älteren Herren neben mir offensichtlich nicht ganz zufrieden mit der Leistung der Leibnitzer: "Oida wos isn los? De spüln jo ned zsomm! Des is jo koa Monnschoft!" Diese Meldungen vernehme ich in der 67. Minute, 6 Minuten später trifft Zoisl per Elfmeter zum Ausgleich.

Damit geben sich die Gastgeber nicht zufrieden. Sie wollen mehr – und bekommen auch mehr: den 3:2-Treffer durch Lukas Kleier in der 86. Minute. Unmittelbar zuvor musste ein Spieler von Frohnleiten dank „Gelb-Rot“ vorzeitig vom Platz. Der Platzsprecher ist begeistert: „Es geht hier Schlag auf Schlag am Ostersamstag!”

Die dezimierten Gäste geben jedoch nicht auf und erhalten in der 89. Minute ebenfalls einen Strafstoß zugesprochen. Rainer verwandelt diesen zum Endstand von 3:3. Sechs Eier am Ostersamstag – was will man mehr!?

Da bis zu meinem zweiten Spiel noch ausreichend Zeit übrig ist, gibt es nicht nur eine Kulturrunde durch die Bezirkshauptstadt, sondern auch einen Einkauf steirischer Bierschmankerl aus Leutschach und aus Wagna. Das Zentrum der Steirischen Weinstraße möge mir das verzeihen...





























Freitag, 3. April 2026

SV Lannach - SV Dobl

Lannach, Sportplatz
Unterliga West (Steiermark), 350 Zuschauer, 2:1

Meine Wahl für den heutigen Karfreitag fällt auf das Derby zwischen Lannach und Dobl. Diese beiden Mannschaften treffen in der steirischen Unterliga West aufeinander. Während meiner Anfahrt über den Zellerrain sah ich Winterlandschaft, doch in Lannach, das auch als „Tor zur Weststeiermark” bezeichnet wird, riecht es schon nach Fühling.

Wie immer beginne ich mit einer Kulturrunde an meinem Zielort, die mich unter anderem zur Steinhalle und zum Schloss führt. Anschließend geht es zur Sportanlage, die 2012 umfangreich saniert wurde. Da Lannach und Dobl nur 5 Kilometer voneinander entfernt sind, ist es nicht überraschend, dass heute 350 Besucher dabei sind. Diese befinden sich zu 98 % auf der Haupttribüne.

Die Gastgeber, die sich im Mittefeld der Tabelle befinden, erwischen beinahe einen Traumstart. Nach 50 Sekunden wird ein Stanglpass knapp neben das Tor geschoben. Das war es aber vorerst mit der Lannacher Herrlichkeit.  Der SV Dobl, Vorletzter der Unterliga West, kommt in der Folge sehr gut ins Spiel und ist über weite Strecken der ersten Halbzeit sogar leicht überlegen.

In der 39. Minute werden die Dobler Bemühungen mit dem Führungstreffer durch einen direkt verwandelten Freistoß von Mottnik belohnt. Die Freude währt nur kurz, Lannach gleicht unmittelbar nach dem Anstoß zum 1:1 aus. Michael Pressl lässt sich feiern. Kurz darauf geht es in die Pause. Die Gäste werden von einem Anhänger mit "Gemma Dobbla!" motiviert.

Die 2. Halbzeit verläuft völlig ausgeglichen. Da große Torchancen Fehlanzeige sind, findet der Platzsprecher sogar Zeit via Mikro "nach einem blauen Kapperl" zu suchen. Die Schlussphase entschädigt jedoch für so manchen Leerlauf in Halbzeit 2. Zunächst stellt Daniel Schmölzer in Minute 88 auf 2:1, doch in der Nachspielzeit hat Dobl aus einem Strafstoß die große Ausgleichschance. Der Elfmeter landet jedoch an der Stange. Der Ball ist kurz darauf doch im Tor, doch der Treffer wird wegen einer Abseitsstellung aberkannt.

Somit bleibt es beim knappen Heimsieg Lannachs. Das ist für die abstiegsgefährdeten Gäste äußerst bitter, für mich aber gut, da ich nun noch in den Genuss von schwarz-grünem Rauch komme. Beim Verlassen der Sportanlage meint ein Anhänger aus Dobl frustriert: "Und wieda homma gführt - und wieda homma valurn!"