Granada, Estadio Nuevo Los Cármenes
Segunda División (Spanien), 9.592 Zuschauer, 0:0
Nach der Runde durch Córdoba bringt uns Philipp, der heute beim Driver-Sharing an der Reihe ist, sicher in die 234.000 Einwohner zählende Stadt Granada. Das Panorama mit den schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada ist schon ziemlich beeindruckend. Wir sind jedoch nicht zum Skifahren hier, sondern um am Abend das Zweitligaspiel zwischen Granada und Eibar zu sehen.
Da wir bis zum Anpfiff noch einige Stunden übrig haben, unternehmen wir auch in Granada eine ausführliche Sightseeing-Tour. Diese führt uns natürlich auch zur Alhambra, die wir jedoch nur von „unten” fotografieren. Die Stadt kann sich sehen lassen, doch bezüglich Craft-Beer haben wir kein Glück. Alle Versuche, hiesige Biere zu verkosten, scheitern kläglich. Das erste Lokal hat geschlossen und im nächsten wurde „letzte Woche auf Mahou umgestellt!” Somit bleiben die Verkostung des Alhambra Sin Alcohol mit der Alhambra im Hintergrund sowie ein Alhambra-Hotelbier die hopfigen Höhepunkte in Granada.
30 Minuten vor Spielbeginn erreichen wir schließlich das im Süden der Stadt gelegene Estadio Nuevo Los Cármenes. In dem 1995 eröffneten Stadion finden 21.600 Zuschauer Platz. Bei der heutigen Montag-Abend-Veranstaltung gegen Eibar sind 9.593 Besucher mit dabei. Unter ihnen befindet sich auch eine kleine, motivierte Fangruppe aus dem Baskenland.
In der aus 22 Mannschaften bestehenden zweiten spanischen Liga steht Granada vor dem heutigen Spiel auf dem 20. Platz, Eibar liegt auf Position 16. Kein unwichtiges Spiel im Abstiegskampf. Als die Mannschaften aufs Feld kommen werden in unserem Sektor etliche Papierschnipsel in die Höhe geworfen. Dafür ist ein älterer Herr zuständig, der schon lange vor dem Anpfiff seine alten Zeitungen zerriss und die Schnipsel anschließend im Sektor verteilte.
Trotz dieser schönen Aktion sind es die Basken, die in der 9. Minute zum 1. Mal jubeln können. Doch der Treffer von Sergio Álvarez wird vom Schiedsrichter aberkannt, da zuvor Granada-Goalie Luca Zidane, der Sohn von Zinedine, behindert wurde. In der 19. Minute landet ein abgefälschter Schuss der Hausherren an der Stange. Danach stellen beide Teams ihre Offensivbemühungen ein, sodass es torlos in die Pause geht.
Auch nach der Pause ist Defensive Trumpf. Selbst das Erscheinen des Bischofs, der von einer Tribüne zur nächsten wandert, ändert daran nichts. Erst kurz vor Schluss kommen beide Teams wieder zu einem Torabschluss. Das ist für Granada viel zu wenig, daher darf man sich über das Pfeifkonzert nach dem Abpfiff nicht wundern. Eine Steigerung ist wohl notwendig, wenn man sich in der kommenden Saison nicht in der dritten Liga wiederfinden will.
Wiederfinden wird man auch uns irgendwann wieder in Andalusien, der Zeiptunkt ist freilich noch offen...

















