Jászkisér, Sportpálya
Jász-Nagykun-Szolnok Vármegye III (Ungarn), 100 Zuschauer, 4:1
Nachdem wir in Košice mit dem Besuch eines Fußballspiels und zweier Brauereien das Maximum herausgeholt haben, geht es am Sonntag wieder zurück nach Ungarn, da im Komitat Jász-Nagykun-Szolnok noch eine Handvoll Spiele ausgetragen werden. Unsere Fahrt führt uns in die 5.500 Einwohner zählende Kleinstadt Jászkisér in der Nördlichen Großen Ungarischen Tiefebene. Nach einer Kulturrunde, die unter anderem zwei Kirchen umfasst, geht es schließlich zum Sportplatz...
… wo der Jászkiséri VSE heute den Berekfürdöi SE empfängt. Es ist eine Partie der untersten Leistungsstufe des Komitats. Die Gastgeber sind als Tabellenzweiter gegen den Mittelständler aus Berekfürdő klar zu favorisieren. Beim Blick auf das Spielfeld fällt auf, dass der Rasen in einem sehr bescheidenen Zustand ist. Stebl meint beim Anblick zahlreichen Löcher: „Da bekommt man ja schon vom Hinschauen einen Kreuzbandriss.”
Vor 100 Zuschauern gehen überraschenderweise die Gäste dank eines Freistoßtreffers von Attila Faragó in der 11. Minute in Führung. Faragó zählt übrigens 49 Lenze. Damit ist er freilich nicht der älteste Akteur, der heute zum Einsatz kommt. Nachdem Jászkisér im weiteren Verlauf etliche Chancen vergibt, erlöst Goalgetter Gábor Vincze die Favoriten kurz vor der Pause mit dem Ausgleichstreffer.
Wir verfolgen die Anfangsminuten der zweiten Halbzeit in der Kantine, in der das Spiel live übertragen wird. Auf den Glühwein, der dort heute - neben diversen Bieren - angeboten wird, verzichten wir allerdings. Kurz nachdem wir zum Platz zurückkehren, bringt Vincze seine Elf in Führung. Unser Blick fällt mehrmals auf den sich hinter dem Sportplatz befindlichen Bahnhof, da hier immer wieder Züge einfahren, die man eher in einem Eisenbahnmuseum vermuten würde.
In der 68. Minute sorgt András Nagy mit einem verwandelten Strafstoß für die Vorentscheidung zu Gunsten des Favoriten. Kurz zuvor wurde bei Berekfürdői der 59jährige Attila Nagy eingewechselt. Der wird in der 71. Minute von Máté Kun derart unsanft von den Beinen geholt, dass der Übeltäter mit Rot vom Platz fliegt. Als wieder einmal ein Spieler infolge des schlechten Platzes eine unglückliche Figur macht, meint Stebl fasziniert: „So ungefähr muss der Fußball zur Zeit seiner Erfindung ausgesehen haben!”
Auch mit einem Mann weniger hat Jászkisér keine Probleme. Es ist wiederum Vincze, der mit seinem 3. Treffer den Endstand von 4:1 fixiert. Nach dem Abpfiff gibt es vom Publikum blauen Rauch für die heute in Rot spielende Heimelf. Das ist genauso erfreulich wie die anschließende Bitte des Trainers, die Mannschaft abzulichten. Ein würdiges Ende unseres 2-Tages-Trips.







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