Samstag, 10. Januar 2026

Luton Town - Stevenage FC

Luton, Kenilworth Road Stadium
League One (England), 11.434 Zuschauer, 2:1

Nachdem man das gestrige Match in Milton Keynes nicht gerade als Leckerbissen bezeichnen konnte, sollte es heute ein Kontrastprogramm geben. Es geht nämlich an die Kenilworth Road, wo sich das Stadion des Luton Town FC befindet. Das 1905 eröffnete Kenilworth Road Stadium liegt zwischen einer Wohnsiedlung und einer Hauptstraße. Aufgrund dieser beengten Lage wird in der Nähe des Stadtzentrums bereits ein neues Stadion gebaut. Laut Homepage will man dort „den Charme der Kenilworth Road bewahren”. Man darf gespannt sein, ob das gelingt.

Dieser Charme ist nämlich schon bei meinem (frühen) Betreten der Kenilworth Road spürbar. Die Haupttribüne beispielsweise ist ein echter Hingucker. Rund 30 Minuten vor dem Anpfiff finde ich mich bei einem der Verpflegungsstände ein, wo unter anderem ein APA der Brixton Brewery angeboten wird. Was will man mehr um Punkt 12.

Um 12.30 Uhr wird das Meisterschaftsspiel zwischen Luton Town und Stevenage FC angepfiffen. Obwohl Luton der Durchmarsch von der Premier League in die 3. Leistungsstufe "gelang", ist auch in der League One jede Partie nahezu ausverkauft. Das sollte auch gegen Stevenage, die sowohl geografisch als auch in der Tabelle benachbart sind, nicht anders sein. 

Am David Preece Stand werde ich von den überwiegend älteren Abonnenten sofort angesprochen. Kurz darauf bin ich auch schon integriert, wodurch ich im Laufe der Partie immer wieder mit Infos versorgt werde. Die in ihren türkisfarbenen Auswärtsdressen auflaufenden Gäste sind zu Beginn klar besser. Dennoch sind es die Gastgeber, die in der 29. Minute eine riesige Chance zur Führung vorfinden. Doch der Elfmeter von Kapitän Clark wird vom Stevenage-Goalie aus dem Eck gefischt. Der linke Teil der Hintertortribüne, auf dem sich die Gästefans befinden, eskaliert.

Obwohl es nach dem vergebenen Elfmeter noch mehrere gute Möglichkeiten gibt, geht es torlos in die Pause. In der 53. Minute eskaliert der Gästesektor ein 2. Mal: Lewis Freestone trifft per Kopf zur Führung der Gäste. Die Freude währt jedoch nur kurz, denn zwei Minuten später rehabilitiert sich Jordan Clark mit dem Ausgleichstreffer. Es folgen Schmähgesänge und diverse Gesten des Luton-Anhangs, der sich auf derselben Tribüne wie der Auswärtsmob befindet. Diese Szene ist in der Fotostrecke zu sehen.

Luton ist nun on fire, Stevenage wird hinten eingeschnürt. Gideon Koduah schließt in der 64. Minute einen schönen Angriff zum 2:1 gekonnt ab. In der Folge sind die Hatters dem dritten Tor nahe, doch Stevenage bestraft die teils leichtfertig vergebenen Chancen nicht. Luton gewinnt damit die Partie verdient mit 2:1 und rückt damit bis auf einen Punkt an den heutigen Gegner heran. Beide liegen nun auf Platz 6 bzw. 7, wobei der Sechstplatzierte am Ende der Saison im Play-off um den Aufstieg spielen darf.

Als meine Sitznachbarin mich beim Verlassen des Stadions fragte, ob mir dieses Spiel besser gefallen habe als die Dons am Vortag, konnte ich mir ein Lachen nicht verkneifen. 

Fazit: Trotz Sturm „Goretti” und der miserablen Wetterprognose konnten beide anvisierten Spiele durchgeführt werden – schön! Ein erfreulicher Auftakt ins neue Hopperjahr.






































Freitag, 9. Januar 2026

MK Dons - Oxford United

Milton Keynes, Stadium MK
FA-Cup (England), 5.902 Zuschauer, 1:1 n.V., 3:4 i.E.

Wie im Vorjahr sollte auch mein Hopperjahr 2026 mit einer Partie der 3. Runde des FA-Cups beginnen. Außerdem handelt es sich um einen Kreisschluss. Mein letztes Spiel auf der Insel war nämlich jenes beim AFC Wimbledon. Der FC Wimbledon wurde 2002 nach Milton Keynes ausgesiedelt. Aus Protest gründeten Fans den AFC Wimbledon, während sich der FC Wimbledon in der Folge in Milton Keynes Dons umbenannte.

Die hochtrabenden Ziele der Eigentümer, den Verein dauerhaft in der Premier League zu etablieren, sind freilich gescheitert. Derzeit spielt man in der League Two, und damit sogar eine Liga tiefer als der „Fanverein” aus Wimbledon, der in der 9. Liga gestartet ist. Das im November 2007 eröffnete Stadium MK mit 30.500 Plätzen ist viel zu groß dimensioniert. Im Schnitt kommen 7.700 Besucher zu den Ligaspielen.

Vor der abendlichen Cuppartie bleibt noch Zeit für eine ausgiebige Runde durch Milton Keynes, die mich vom Bahnhof bis zur Pyramide im Campbell Park führt. Ähnlich wie der Verein verströmt auch die erst in den späten 60er Jahren gegründete Stadt nicht allzu viel Charme. Dennoch findet man das eine oder andere Fotomotiv. Für die zurückgelegten Kilometer belohne ich mich in einem Pub mittels eines Tandoori Chicken und einem Porter, das nach Marshmallow schmeckt. 

Gut gestärkt geht es also zum Stadion, wo die MK Dons heute mit Oxford United einen Gegner aus der League One empfangen. Wie erwartet ist der Zuschauerzuspruch mit 5.902 Besuchern überschaubar. Ohne die zahlreichen Gästefans aus dem nahen Oxford hätte es eine Geisterspielatmosphäre gegeben. Um nicht alles schlechtzureden: Auch MK hat eine Kurve, die immer wieder mal Gesänge anstimmt.

Die kampfbetonte Partie verläuft ausgeglichen. Für das einzige Tor in der ersten Halbzeit sorgt der auffällige Aaron Collins, der in der 34. Minute MK nach einem Eckball in Führung bringt. Kurz nach der Pause gleicht Lankshere aus. In der Folge sind die Gastgeber die bessere Elf, doch ein weiteres Tor will ihnen nicht gelingen, womit es in die Verlängerung geht.

In dieser ist dann Oxford überlegen, doch auch die Gäste können sich nicht mit einem Tor belohnen. Die Entscheidung fällt damit im Elfmeterschießen, in dem Oxford einmal mehr trifft und damit in die vierte Runde des FA-Cups einzieht. Passend zur Temperatur wird der Erfolg von Oxford relativ kühl zur Kenntnis genommen. 

Da ich bei meiner Besichtigungsrunde nicht bei den Concrete Cows vorbeigekommen bin, gibt es als Entschädigung ein "Longhorn-IPA" als Betthupferl, ehe es morgen nach Luton zu einem weiteren Match geht.