Samstag, 15. Juni 2019

USV St. Leonhard - USC Lengenfeld

St. Leonhard am Hornerwald, Hans Ankerl Arena
2. Klasse Wachau, 100 Zuschauer, 1:5


Direkt von der Meisterparty in Gars geht es ein paar Kilometer westwärts in die Nachbarsgemeinde St. Leonhard am Hornerwald zur Hans-Ankerl-Arena. Die Heimstätte des hiesigen Fußballclubs befindet sich direkt neben einem Badeteich im Ortsteil Wolfshoferamt. Im letzten Saisonspiel der 2. Klasse Wachau empfängt man um 20 Uhr bei angenehmen Temperaturen den frisch gebackenen Meister aus Lengenfeld.

St. Leonhard ist ebenfalls ein mehrmaliger Meister, jedoch feierte man diese Titel allesamt in der 3. Klasse Hornerwald, die ja in der Zwischenzeit nicht mehr existiert. Eine Stufe höher tut man sich ungleich schwerer, heuer wird man die Meisterschaft als Drittletzter beenden.

Vor 100 Besuchern benötigen die Gäste 7 Minuten, ehe sie durch ein Eigentor in Führung gehen. Die unterlegenen Leonharder wehren sich tapfer, müssen bis zum Pausenpfiff jedoch 2 weitere Tore hinnehmen. Erfreulicherweise wird zum Saisonabschluss nochmals der Griller angeworfen! Da greift der Schreiber dieser Zeilen gerne zu!

Als Lengenfeld in der 50. Minute das 4. Tor erzielt, meint ein Anhänger aus St. Leonhard: "Jetzt hom'ma do nu ans kriagt!" Der Nebenmann erwidert: "Wirst sehn! Ans moch ma nu! Aus an Elfer!" "Dafia miassat ma amoi in Strofruam kumma!" mischt sich eine 3. Person in dieses Gespräch ein.

Beim 0:5 in der 60. Minute passiert dem Platzsprecher ein Lapsus: "Lengenfeld erhöht auf 6:0, Tschuldigung! 5:0". Danach steht der dribbelstarke bosnische Lengenfeld-Legionär Milicevic im Mittelpunkt. Nachdem dieser einen schlechten Pass von einem Mitspieler nicht mehr erläuft, springt er wie von Sinnen am Rasen schimpfend  herum wie  Rumpelstilzchen persönlich! Das gefällt einigen älteren Herren gar nicht "Des is a Sackbaua, heast!" "Oba na! Deppat is a!"

Nach dieser netten Einlage gibt es in der 85. Minute doch noch Grund zum Jubeln für die Heimischen. Es ist kein Elfer, sondern ein Lengenfelder Eigentor, das den Endstand von 1:5 besiegelt. Damit können heute alle zufrieden nach Hause gehen von der schönen Anlage in St. Leonhard.
 




























 


SCU Gars/Kamp - USC Hadersdorf

Gars am Kamp, Kurt Docekal Arena
1. Klasse Nordwest-Mitte, 150 Zuschauer, 6:2


Zum 2. Mal innerhalb von 5 Tagen bin ich auf der Kamptal-Bundesstraße Richtung Norden unterwegs. Der SCU Gars lädt heute zur Meisterfeier, so die Spielankündigung am Garser Hauptplatz. Gegner in der abschließenden Runde der 1. Klasse Nordwest-Mitte ist das ebenfalls am Kamp gelegene Hadersdorf.

Diese Begegnung wurde kurzfristig von Freitag-Abend auf Samstag-Nachmittag verschoben. Ob das so eine kluge Entscheidung war sei dahingestellt, denn bei den heutigen Temperaturen (32 Grad bei Spielbeginn) ziehen viele Besucher wohl einen Badbesuch vor. Für die Kicker aus Hadersdorf hat sich die Verlegung auf jeden Fall ausgezahlt, da sie als Dankeschön vom SCU Gars eine Kiste Bier erhalten.

Bevor ich mich in der Kurt Docekal Arena begebe, absolviere ich eine Kulturrunde durch den Luftkurort Gars am Kamp. Die meiste Zeit verbringe ich im schattenspendenden Kurpark, in dem neben Statuen von Willi Dungl und Falco auch eine Papsteiche zu finden ist. Wahrlich kurios!

Am Sportplatz in Gars finden seich 150 Besucher ein, um dem SC Gars beim vorerst letzten1. Klasse-Heimspiel auf die Beine schauen. Vor Spielbeginn werden 3 Garser Haudegen geehrt. Diese Ehrungen verursachen eine ordentliche Verzögerung. Einem Zuschauer passt das überhaupt nicht: "Heast, jetzt fongts amoi on! I hob jo Eintritt zoit für a Spü - und ned für a Fotostund!" schreit dieser wütend Richtung der Geehrten.

Das Spiel wird schlussendlich von Schiri Schwarzl Franz mit 7minütiger (!) Verspätung angepfiffen. Beide Teams bieten bis zu 20. Minute den Fußball, den man sich bei 32 Grad vorstellt. Doch dann besinnen sich die Kicker eines Besseren, bis zur Halbzeit landet der Ball gleich 4mal im Tor. Der Pausenstand lautet 3:1

Die 2. Halbzeit wird vom Platzsprecher mit "Auf geht's in die letzten 45 Minuten der Saison" eingeläutet. Das zählt jedoch nicht für mich! Da in der 2. Halbzeit auf Taktik nicht mehr viel Wert gelegt wird, kommt es am Ende zu einem Tennisergebnis: 6:2! Nun kann Gars endlich den Meistertitel und den damit verbundenen Aufstieg in die Gebietsliga zelebrieren. Nach ein paar Fotos verlasse ich die Feierlichkeiten, da in der 8 km entfernten Hans Ankerl-Arena um 20 Uhr ein weiteres Match stattfindet.