Samstag, 9. Januar 2016

West Ham United - Wolverhampton Wanderers

London, Boleyn Ground
FA-Cup (England), 34.547 Zuschauer, 1:0

 
Es gibt 2 guten Gründe, dieses Wochenende nach London zu reisen: Zu einem ist es der der Flugpreis von 60 Euro, aber vor allem ist es die Heimstätte von West Ham United, der Boleyn Ground. West Ham übersiedelt im Sommer ins Olympiastadion, somit ist der Besuch des Upton Parks, wie das Stadion im allgemeinem bezeichnet wird, ein absolutes Muss.

Flugzeug und Bus bringen uns ins Londoner Zentrum. Wir passieren bei dieser Fahrt auch das angesprochene Olympiastadion. In der Innenstadt werden die leeren Energiereserven mit einer traditionellen Englischen Mahlzeit aufgefüllt: Mit einem Burger! Tja, für das Essen sind die Engländer nicht unbedingt berühmt. Zur Verteidigung muss aber gesagt werden, dass die Burger in London durchaus ansprechend schmecken.

Da wir bis zum Check-In im Hotel noch ein wenig Zeit übrig haben, entscheiden wir uns für eine Besichtigung des Buckingham-Palace, der sich nicht weit entfernt von unserer Schlafstätte befindet. Die Queen stellt sich jedoch nicht bei uns vor! Wegen der sind wir aber auch nicht hier!

Nachdem wir das Zimmer beziehen, trennen sich unsere Wege. Alex fährt mit 2 weiteren Hoppern nach Brentford, Andi und ich nehmen die Underground zur Station Upton Park. Das Stadion befindet sich in einer quirligen Gegend, mit einem großen Markt und zahlreichen Burger-Ständen, die bei den Heimspielen gutes Geld verdienen.

West Ham United hat heute im FA-Cup die Wolverhampton Wanderers zu Gast. Zur Ausgangslage: Die Hammers liegen derzeit am hervorragenden 6. Platz in der Premier League, die Wölfe befinden sich in der Championship, also der 2. Leistungsstufe, im Mittelfeld.

Der FA-Cup wurde erstmals in der Saison 1871/72 (!!) ausgetragen und ist somit der älteste Fußball-Wettbewerb überhaupt. Wie immer ist der Upton Park auch heute ausverkauft.

Die Hausherren legen los wie die Feuerwehr, es gibt viele Torchancen, doch Wolverhampton kann sich im Laufe des Spiels immer besser auf den Gegner einstellen und verteidigt äußerst geschickt. Der Fan neben mir wird langsam ungeduldig und bringt dies mit einem langgezogenen "Come on" und später mit einem verzweifelten "Oh, Jesus" zum Ausdruck.

Zur Halbzeit steht es 0:0. Wir befinden uns direkt über dem Gästemob, der aus gut 3.000 Besuchern besteht. Die sind sehr gut drauf und manchmal so richtig laut! Von West Ham kommt nicht ganz so viel, amüsant anzusehen ist der Pöbel, der sich in unmittelbarer Nähe der Fans der Wolves angesiedelt hat, allemal.

Der Upton Park ist typisch englisch ... So soll ein Stadion sein, welch Wohltat in Zeiten der Einheits-Arenen. Typisch für West Ham sind die Bubbles, immer wieder werden während des Spiel Seifenblasen durch das Stadion "gejagt". Auch die kuriose Durchsage "Mister Moon is in the ground" sowie "Mister Moon left the building" wurde von uns vernommen. Dies hat einen historischen, mir nicht näher bekannten, Hintergrund.

In Halbzeit 2 ändert sich nicht viel am Spielgeschehen, West Ham dominiert, doch auch Wolverhampton kommt nun zu einigen Chancen. Als wir innerlich schon mit einem 0-0 rechnen, kommt der große Auftritt von Ex-Rapidler Nikica Jelavic, der per Volley in der 85. Minute das 1-0 für die Hammers erzielt. In der Rapid-Viertelstunde also ...  Nun wachen auch die Fans von West Ham auf und singen sich die Seele aus dem Leib. Herrlich der Konter der Gästefans, der ein "You only sing when you're winning" anstimmt! Trotz der Nachspielzeit von 6 Minuten können die Wölfe das Spiel nicht mehr drehen. Hier gibt es die Zusammenfassung der Highlights.

Nach dem Spiel wird der 2. Burger des heutigen Tages von einem der oben angesprochenen Burger-Buden getestet. Es gibt wohl gesündere Mahlzeiten. Aber wie soll man da nur nein sagen können, wenn vor dir so ein saftiges Stück Fleisch auf dem Grill vor sich hinprasselt. Kombiniert mit dem Zwiebel, der sich ebenfalls auf dem Grill befindet, ergibt das ein 1a-Geschmacks-Erlebnis!

2 Stunden nach dem Schlusspfiff finden wir auch Alex trotz der aussagekräftigen Meldung "Ich bin bei der großen Kirche" wieder. Gemeinsam werden noch 2 Pubs besucht, in denen wir Bier (Barnsley Craft Beer) und Cider konsumieren. Sehr angetan sind wir vom "Pride of Pimlico". Ein Pub, wie man es sich wünscht.... mit vielen charismatischen Menschen inklusive Darts und Billard. Da könnte man mehrere Alltagsgeschichten drehen.... 





















 









Samstag, 19. Dezember 2015

Greuther Fürth - RB Leipzig

Fürth, Stadion am Laubenweg
2. Bundesliga (D), 10.070 Zuschauer, 1:2


Zum Jahresabschluss 2015 geht es in die 2. Liga nach Deutschland. Gewählt wurde die Begegnung zwischen der Spielvereinigung Greuther Fürth (9.) und dem Tabellenführer RB Leipzig. Die lange Fahrt wird von Alex souverän absolviert - trotz des zähen Nebels, der nur selten von Sonnenlöchern unterbrochen wird. Beim Tankstopp in Oberösterreich ist Alex von der Kassierin begeistert: "De hod mi sogor ongrinst, obwoi i an Bort hob"

Parkplätze im Bereich des Stadions sind rar, mit etwas Glück finden wir eine enge Parklücke in einer angrenzenden Gasse. Sehr erfreulich: Wir ergattern eine Karte um 5 Euro im Block 9. Was für ein Schnäppchen.

4 Österreicher stehen heute mit Anpfiff am Feld, Robert Zulj bei den Kleeblättern, 3 weitere Landsleute beim Rasenballverein aus Leipzig. Das Spiel ist in der 1. Halbzeit alles andere als ein Hingucker. Viel Kampf, wenig Torchancen. 0:0 ist der logische und auch verdiente Pausenstand. Interessanter ist da schon der Blick auf die Fanblöcke. Diese können auf beiden Seiten durchaus überzeugen. Die Fürther waren ja schon bei meinem Besuch in Ingolstadt brav, die Leipziger überraschen mich - sowohl von der Anzahl als auch vom Lärmpegel. Das ist dann doch um Klassen besser als beim Pendant in Österreich.

Zur Halbzeit gibt es die für Bayern üblichen Grillwurst-Semmerl sowie einen Besuch im Fanshop, wo auch der eine oder andere Euro investiert wird. Diejenigen, die den Schreiber dieses Blogs kennen, werden nicht überrascht sein, dass dieser beim Kleeblatt-Schokolade nicht Nein sagen konnte :-)

In Halbzeit 2 kommt der Tabellenführer besser aus der Kabine und erzielt durch Poulsen die Führung. Die Kleeblätter sind bemüht, doch so richtig gefährlich taucht man nie vor dem Leipziger Gehäuse auf - bis zur 91. Minute, wo man zum vielumjubelten 1:1 ausgleichen kann. Mit diesem Ergebnis wäre ich schon sehr zufrieden gewesen, doch die Rechnung wird ohne dem Wirten gemacht: Ausgerechnet Stefan Ilsanker kommt nach einem Standard zum Ball und haut diesen in die Maschen. 1:2!  Was für eine turbulente Schlussphase einer großartigen Groundhopping-Saison!