Donnerstag, 7. Juli 2016

Spartak Myjava - Admira Wacker

Myjava, Štadión
Euro-League Quali, 2.057 Zuschauer, 2:3


In der 1. Qualifikationsrunde der Europa-League 2016/17 trifft die Admira auf den slowakischen Vertreter Spartak Myjava. Das Hinspiel vor einer Woche endete mit 1:1. Dieser Link führt zum Bericht von Andreas, der in St. Pölten mit dabei war. Keine ideale Ausgangsposition also für die Admira, trotzdem rechnet man sich noch Chancen auf den Aufstieg aus.

Die letzte Stunde der insgesamt 3stündigen Anreise in die 12.000 Einwohner zählende Stadt ist durchaus interessant, führt diese doch ausschließlich über slowakische Landstraßen. 45 Minuten vor Spielbeginn erreiche ich schließlich das Stadion. Spartak Myjava spielt erst seit der Saison 2012/13 in der 1. Liga. Dank des 3. Platzes in der letzten Spielzeit konnte man sich erstmals in der Vereinsgeschichte für Europa qualifizieren.

Bei der EL-Heimpremiere sind beachtliche 2.057 Besucher bei perfektem Fußballwetter mit dabei - trotz der frühen Anstoßzeit um 17 Uhr.  Unter Ihnen sind auch einige Österreicher, die Südstadt-Fanatics supporten während der gesamten Spielzeit - genauso wie die Ultras aus Myjava. Beide Gruppierungen gehören nicht zu den Besten in Ihren Ländern - heute sind sie jedoch sehr bemüht. Bei Myjava gibt es sogar mehrmals einen Wechselgesang mit der Gegentribüne.

Das Spiel beginnt überraschenderweise mit den Hymnen. Ob das nun eine Neuerung der UEFA ist - oder von den Slowaken so veranlasst wurde, ist mir nicht bekannt. Die Admira ist nach der Hymne topmotiviert und geht schon in der 2. Minute durch Wostry mit 1:0 in Führung. Die Südstädter spielen heute wesentlich besser wie eine Woche zuvor, Ex-Rapidler Dominik Starkl stellt in Minute 27 auf 0:2. Dank des Anschlusstreffers 3 Minuten später bleibt die Partie jedoch spannend.

In der Folge verlasse ich meinen zugeteilten Platz und bin ab sofort überall zu finden, unter anderem im abgesperrten Bereich hinter der Fototapete (c Brucki), den ich mit mit Polizei und Feuerwehr teile. Von hier hat man den Auswärtssektor perfekt im Blickfeld. In der 2. Halbzeit mach Zwierschitz mit dem 1:3 alles klar, die Südstadt-Fanatics werden jetzt übermütig und singen: "Wir holen die Meisterschaft und den Europacup!". Das 2:3 kurz vor dem Abpfiff ist nur mehr Ergebniskosmetik.
Beide Mannschaften werden nach Abpfiff von Ihren Fans gefeiert, auch die Verlierer! 

Herzliche Gratulation an die Admira! Der nächste Gegner heißt Kapaz Ganja und kommt aus Aserbaidschan. Das wäre eine reizvoller Länderpunkt, aber da werden die Fanatics wohl ohne mich hinreisen...


















































Dienstag, 5. Juli 2016

Kremser SC - FC Imabari

Krems, Sportplatz Krems-Lerchenfeld
Freundschaftsspiel, ca. 100 Zuschauer, 0:7


Nach dem Sportplatz in Laimbach wird auch heute wieder eine Sportstätte angefahren, die man im Meisterschaftsbetrieb nicht besuchen kann. Es betrifft den Sportplatz in Krems-Lerchenfeld, auf dem sich heute der Kremser SC und der FC Imabari aus Japan (!) matchen. Mehr Qualität wird man hier wohl selten bis nie finden. Zur Abwechslung werde ich heute wieder einmal von Alex M. begleitet.

Der Kremser SC befindet sich derzeit in der NÖ Landesliga, also der 4. Leistungsstufe Österreichs. Der Gast aus dem fernen Japan kickt in der Shikoku Adult League, was die 5. Leistungsstufe in Japan darstellt. Prinzipiell gehe ich von einem ausgeglichenen Spiel aus.

Rund 100 Besucher finden sich auf dem Sportplatz im Stadtteil Lerchenfeld ein. Das ist mehr als erwartet. Die Kantine hat heute geöffnet, sogar der Griller wird angeworfen. Auch der eine oder andere Besucher aus dem fernen Osten ist anzutreffen. (Foto 29)

Als der Schiedsrichter die Mannschaften aufs Feld führen will, warten die Gäste bereits am Mittelkreis und wollen partout nicht zur Seitenlinie kommen. Andere Länder, andere Sitten! Der Schiri nimmt's mit Humor und meint "Japan ist anders!" Auch Alex hat so seine eigene Meinung zur den Gästen aus Asien, wie die folgende Aussage zeigt: "Do is jo kana größer wia 1,60!". Die Mannschaft von Imabari marschiert kurze Zeit später doch noch zum Schiedsrichter. Also wäre auch dieses Problem gelöst...

In der 1. Halbzeit verläuft das Spiel - wie erwartet - ausgeglichen. Kurz vor der Pause gelingt den Gästen aus einem schönen Weitschuss das 0:1. Ansonsten herrscht Sommerkick vom Feinsten. Kein Problem, wir konzentrieren uns voll und ganz auf den Sportplatz und versuchen diesen von allen Seiten in Szene zu setzen.

In der Pause gibt es Pommes bzw. Eis sowie eine eindeutige Aussage einer Dame am Nachbarstisch: "Zu wenig Sex ist schlecht für Frauen!". Beinahe wären mir die Pommes im Hals stecken geblieben...

Der FC Imabari wechselt in der 2. Halbzeit die komplette Mannschaft aus. Dies sollte sich bezahlt machen. Während dem Kremser Sportclub langsam aber sicher die Kraft in der Lerchenfelder Sonne ausgeht, sind die Japaner frisch und nehmen dank Ihrer Schnelligkeit die Kremser Abwehr regelrecht auseinander.. Ab der 60. Minute geht es Schlag auf Schlag. Fast jeder Angriff endet mit einem Torerfolg. Am Ende steht es 0:7 (!). Beim KSC wird man damit - Vorbereitung hin oder her - bestimmt nicht zufrieden sein.

Wir können hingegen nicht klagen und beenden unseren Krems-Ausflug mit einem Fotostopp beim nahen Kremser Hafen.