Samstag, 4. Dezember 2021

Podbeskidzie Bielsko-Biała - GKS Katowice

Bielsko-Biała, Stadion Miejski
I. Liga (Polen), 3.720 Zuschauer, 1:2


Nach dem Match in Legnica und einer Übernachtung samt reichhaltigem Frühstück geht es weiter ins 300 Kilometer entfernte Bielsko-Biała. Dort treffen um 12.40 Uhr im städtischen Stadion Podbeskidzie Bielsko-Biała und GKS Katowice aufeinander. Wie am Vortag handelt es sich auch hier um eine Spiel der 2. Leistungsklasse. Die Gastgeber, die um den sofortigen Wiederaufstieg in die Extraklasa kämpfen, sind klarer Favorit. Der dreifache polnische Cupsieger Katowice spielt nämlich bislang keine gute Saison und liegt nur knapp über den Abstiegsrängen.

Das vor wenigen Jahren umgebaute Stadion Miejski war an sich die Heimstätte von BKS Stal, die derzeit allerdings nur in der Regionalliga Bielsko-Biała um Punkte kämpfen. Seit über 20 Jahren spielt auch Podbeskidzie an diesem Ort. Das heutige Duell  gegen Katowice auf jeden Fall eine hervorragende Möglichkeit diesen Stadionpunkt einzufahren, da vor allem von Seiten der Gästefans einiges zu erwarten ist.

Aufgrund guter Planung ist der Kartenkauf schnell erledigt, sodass wir noch genügend Zeit finden, uns eine für die Fotos sinnvolle Tribüne zu suchen. Ob man auf seinem zugewiesenen Platz sitzt oder nicht ist den Ordnern hier herzlich egal. Während sich der Großteil des Stadions nur langsam füllt, ist die Auswärtskurve schon 30 Minuten vor dem Anpfiff gerammelt voll. 

Die "Szene" der Gastgeber befindet sich auf der Gegengeraden. Die wirkt zwar im Vergleich zur Katowice-Kurve mickrig, doch die Laustärke ist auch hier beachtlich. Beim Einlauf der Teams zeigt man zudem eine Choreo. Trotzdem ist es wenig überraschend der Gästeblock, der stimmungstechnisch der Herr im auswärtigen Haus ist.

Nachdem die Nr. 9 der Gastgeber, Kamil Bilinski, einen Pokal für den besten Zweitligaspieler im Monat November empfangen hat, kann die Partie auch schon losgehen. Und sie beginnt gut für die Gäste, denn die gehen durch Szymczak in der 16. Minute in Führung. Die hält genau 3 Minuten, denn da erzielt der Spieler des Novembers den Ausgleich.

In der Folge erspielt sich Podbeskidzie ein paar hochkarätige Chancen, doch der Gäste-Goalie erwischt einen guten Tag und vereitelt diese. Entgegen dem Spielverlauf ist es unmittelbar vor dem Pausenpfiff abermals Szymczak, der Katowice per Traumtor zum 2. Mal in Führung bringt.

In der 2. Halbzeit lässt das Niveau nach, die Gastgeber kommen trotz Überlegenheit zu keinen nennenswerten Torchancen. Die Stimmung im Gästesektor ist nach vor großartig, Mitte der 2. Halbzeit zeigt man eine Choreo zu ehren der Heiligen Barbara, deren Gedenktag heute gefeiert wird.

Katowice verteidigt erfolgreich die knappe Führung und feiert damit einen überraschenden, aber wichtigen Sieg im Abstiegskampf. Nach einem Stopp beim Lebensmittelhandel geht es wieder retour in die Heimat, bei der Andi und ich dem ständigen Klimawechsel im Auto von Alex hilflos ausgesetzt sind. Jegliche Versuche Alex zu überzeugen, dass eine fixe Temperatureinstellung sinnvoller wäre, scheitern schon im Ansatz.

Das letzte nennenswerte Ereignis liefert eine Krone-Hit-Kommentatorin, die den Sänger Chris Rea völlig falsch ausspricht: Und jetzt hören wir Drivin Home For Christmas von Chris Reh. Es kommt nicht überraschend, dass Alex wenig später eine Vollbremsung wegen eines Rehs hinlegen muss. Karma!


















                     























Freitag, 3. Dezember 2021

Miedź Legnica - GKS Tychy

Legnica, Stadion Miejski im. Orła Białego
I. Liga (Polen), 2.531 Zuschauer, 2:0

Erstens kommt es anderes und zweitens als man denkt. An sich hätte ich für dieses Wochenende 2 Spiele in Italien geplant. Als ich jedoch von  Alex erfuhr, dass er mit Andi für 2 Spiele nach Polen fahren wird, schloss ich mich an. Mein letzter Polen-Besuch liegt ohnehin schon 6 Jahre zurück und auch die beiden gewählten Spiele erfüllen meine Kriterien.

Nach einer langen Anreise, die uns großtiels über tschechische und polnische Landstraßen führt, erreichen wir die niederschlesische Stadt Legnica rund 3 Stunden vor Spielbeginn. Damit bleibt uns noch genug Zeit, um nach dem Einchecken unsere leeren Mägen zu füllen. Dank Birogi und Ziwiec gelingt mir in einer Weise, wie ich es mir vorstelle - nämlich in der lokalen Art. Selbst bei Alex, der ja sonst auf Pizza und Spaghetti schwört, kommt die polnische Küche gut an, auch wenn er anfangs etwas enttäuscht ist, dass sich kein Schnitzel in der Teigtasche befindet.

Das Kulturprogramm verläuft nicht ganz so zufriedenstellend, da in Legnica offensichtlich gespart wird und unter anderem die Kirchen nicht beleuchtet sind. Gut, dass es mit dem Schloss und einem Pfau wenigstens ein paar Ausnahmen gibt. Unser Kulturprogramm endet im Stadtpark, da sich dort das Stadion befindet. Als Tabellenführer der I. Liga empfängt Miedź Legnica heute mit GKS Tychy den Sechsten. die I. Liga ist übrigens die 2. Leistungsstufe.

Beim Ticketkauf erzählt uns die Dame in einem Mix aus Englisch und Polnisch, dass nur mehr Karten auf der Haupttribüne erhältlich sind - und stellt mir gleich eine auf den Namen Smidt aus. Der Platz auf der Trybuna A ist gut, denn hier befinden wir uns in der Nähe der motivierten Heimkurve, die für gute Stimmung sorgt. Der Auswärtssektor bleibt hingegen komplett leer. Ob es sich um einen Boykott der  oder gar ein Verbot handelt ist mir nicht bekannt. 

Die daheimgebliebenen Tychy-Fans verpassen in der 1. Halbzeit wenig, das Spiel plätschert vor sich hin, Torchancen sind Mangelware. Das Highlight in HZ 1 ist eindeutig die nach einer Fahnenparade folgende Bengalenshow der Legnica-Fans. Warum der halbe Heimblock im Laufe der 1. Halbzeit gleich zweimal kurzfristig den Sektor verlässt um 5 Minuten später wieder zurückzukehren ist mir hingegen ein Rätsel.

Auch nach der Pause bleibt das Spiel lange Zeit ausgeglichen, ehe der Tabellenführer einen Gang hochschaltet - und in der 68. Minute die Führung erzielt. Diese wird 7 Minuten später ausgebaut und schließlich ohne jegliche Probleme über die Zeit gebracht. Dank dieses Erfolges geht Miedź Legnica mit einem 6-Tore-Vorsprung auf Widzew Łódź in die Winterpause.

Bei Temperaturen um den Gefrierpunk marschieren wir zu Fuß zurück in unser Hotel, wo ich mich mit einem Bier, welches ausgerechnet in Tychy gebraut wird, belohne. Schöner kann sich ein Kreis kaum schließen :-)