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Samstag, 26. April 2014

FK Partizan - FK Crvena Zvezda

Beograd, Stadion Partizana
Super Liga (Serbien), 28.000 Zuschauer, 2:1


Per Taxi kommen wir von Čukaricka zum Stadion Partizana, was den Vorteil hat, dass wir direkt vor dem Stadion stehen. Ein Highlight steht bevor: Das 146. Belgrad-Derby zwischen Partizan und Crvena Zvezda (Roter Stern).

1 Stunde vor Anpfiff befinden wir uns bereits auf unseren Plätzen, die wir im Laufe des Spiels mehrmals wechseln sollten. Schon jetzt sind die Fangruppen ständig am Singen, die Stimmung ist bereits am Siedepunkt.

Die Ausgangslage: Partizan liegt 6 Runden vor Schluss mit 6 Punkten hinter dem ewigen Rivalen, daher braucht man heute unbedingt einen Sieg, um die Chance auf den Meistertitel zu wahren. Mit Anpfiff stehen alle (!) 28.000 Besucher im ausverkauften Partizana auf Ihren Sitzschalen, was sich während des Spiels auch nicht mehr ändern sollte - Sowas hab ich bis jetzt noch nie erlebt.

Partizan beginnt - dem Punktestand entsprechend - stürmisch und hat in den Anfangsminuten bereits mehrere Chancen, um in Führung zu gehen. Mitte der 1. Halbzeit gibt es jedoch einen Elfer für Zvezda, der jedoch gehalten wird. Das Stadion kocht nun - zumindest jener Teil, wo die Partizan-Fans angesiedelt sind, in dem auch wir "daheim" sind.

2 Minuten nach dem vergebenen Elfer gelingt Partizan per Traum-Freistoß durch Nikola Drinčić das 1:0. Den ganz normalen Wahnsinn beim Torjubel danach habe ich gefilmt. Hier der Link zu meinem Video. Es sollte ein weiteres Highlight folgen, Zvezda bekommt noch einen Elfmeter zugesprochen, der wiederum vom Partizan-Goalie abgewehrt wird.  Wow! Was für eine unfassbar sensationelle Halbzeit.

10 Minuten nach der Pause darf der riesen Gästeblock seine Bengalen zünden, da Dragan Mrda den Ausgleich erzielt. Nun ist die Luft bei Partizan etwas draußen, sowohl bei den Fans als auch bei den Spielern. Alles sieht nach einem 1:1 aus. Doch in Minute 89 erzielt der Einwechselspieler Nemanja Kojić das vielumjubelte 2:1 für Partizan, was schließlich auch der Endstand sein sollte. Der Jubel kennt nach Abpfiff keine Grenzen.

Dieses Derby hat mehr geboten als von mir erhofft! Besser kann ein Fußballspiel nicht mehr sein, daher gibt es von mir 10 von 10 möglichen Punkten für mein Erstes, aber vermutlich nicht letztes Belgrad Derby. Das Marakana wartet schon.

Nach dem Spiel gehen wir zu Fuß ein paar Kilometer durch das nächtliche Belgrad in unser Hotel, wobei wir unterwegs mit einem Pljeskavica, einer kulinarischen Spezialität, stärken.

Vor dem Einschlafen wird noch durch die serbischen TV-Kanäle gezappt, was durchaus nicht uninteressant ist, während der Alex & ich beim serbischen Tennisduell Ana Ivanovic vs Jelena Jankovic hängenbleiben, läuft bei unseren Zimmernachbarn die Endlosschleife des Pink-Festivals, wo die serbischen Superstars Milan Stankovic ("Der mit der Glitzerhose"), Goga Sekulic ("Bei der is alles aus Plastik") sowie Romana Panic ("Die besteht nur aus Beinen") auftreten.

Links zu diesen Herrschaften und zum Pink-Festival sind beim Phillip zu erfragen, der auf diesem Gebiet sehr bewandert ist. :-)






















Freitag, 3. März 2023

Crvena Zvezda - FK Partizan

Beograd, Stadion Rajko Mitić
Super Liga (Serbien), 35.028 Zuschauer, 1:0

Nach 2 Vorspielen in der Srpska Liga wartet nun mit dem Ewigen Derby zwischen Zvezda und Partizan das Highlight unseres Ausflugs in die serbische Hauptstadt. Luxushopper Andi hat in weiser Voraussicht ein Quartier im Belgrader Villenviertel in Gehdistanz zum Stadion Rajko Mitić gebucht. Aufgrund verstopfter Straßen erreichen wir unsere Villa später als geplant. Folglich absolvieren wir den Weg zum Stadion in einer Zeit, die für die Olympia-Quali im 2 Kilometer-Gehen-Bewerb gereicht hätte. Leider gibt es diesen Bewerb nicht.

Im Nachhinein gesehen wäre das gar nicht notwendig gewesen, da man trotz der Menschenmassen überraschend schnell ins Innere des Stadions gelangt. Roter Stern liegt 13 Punkte vor dem Erzrivalen. Für Partizan ist ein Sieg daher fast Pflicht, sofern man sich noch zarte Hoffnungen auf den Meistertitel machen möchte. Verhindern möchte das unter anderem ÖFB-Legionär Aleksander Dragović, der seit 2021 für Roter Stern in der Heimat seiner Vorfahren seine Fußballschuhe schnürt. 

Das Derby bei Partizan im Jahr 2014 war eines der prägendsten Momente meiner Hobberkarriere. Beim Auflaufen der Mannschaften werde ich an dieses Spiel zurückerinnert, da die mächtige Kurve von Zvezda ein Feuerwerk der Extraklasse abbrennt. Wie die Feuerwehr legt dann Roter Stern los, in der 5. Minute landet eine abgefälschte Flanke von Alex Vigo im Tor. Unfassbar ist der anschließende Aktion des Argentiniers, der auf die Partizan-Kurve zuläuft und dort als "Jubelgeste" eine Maschinengewehrsalve auf die Fans abfeuert.

Als Antwort fliegen nicht nur zig Bengalen, sondern auch etliche Sitzschalen Richtung Vega. Halb fasziniert, halb schockiert, meint Andi: "Hoffentlich wird das kein Spielabbruch!" Überraschenderweise beruhigt sich die Situation schneller als erwartet, womit das Spiel rasch fortgesetzt werden kann. Zvezda ist auch nach dem Tor klar besser, man scheitert mehrmals knapp am 2:0.

Erst Mitte der 1. Halbzeit nimmt auch Partizan am Spiel teil, Die Zvezda-Kurve zeigt vor der Pause ein Choreo anlässlich des 30jährigen Bestehen der Ultra Boys. Kurz darauf geht es zur Beruhigung aller Gemüter in die Kabinen. Auch in der Halbzeit bekommt der neutrale Besucher dank einer weiteren Choreo der Heimkurve etwas geboten. Langweilig wird es einem bei diesem Derby nie.

Unmittelbar nach dem Wiederanpfiff sollte dann gleich die nächste Zvezda-Choreo folgen, womit der Choreo-Tripler perfekt ist. Kaum ist diese beendet, kommt es auf der Partizan-Seite zu einer deftigen Pyro-Aktion.

Der Blick auf die Fankurven ist in der 2. Halbzeit definitiv interessanter als das Geschehen am Feld. Dort tut sich nämlich nicht mehr allzu viel. Aleksander Dragović zeigt eine staubtrockenem, souveräne Leistung als Abwehrchef. Nach einer weiteren großartigen Pyroshow der Heimkurve wird das Spiel abgepfiffen, die Meisterschaft scheint damit entschieden. Spielerisch war das heute kein Glanzlicht, aber wer deswegen kommt man auch nicht zum Ewigen Derby.

Wir absolvieren den exakt 2 Kilometer langen Heimweg nun in einem gemütlichen Tempo, ehe wir den ereignisreichen Tag bei einem Pivo in unserer Villa Revue passieren lassen.