Sonntag, 9. Dezember 2018

HNK Gorica - NK Osijek

Velika Gorica, Stadion Radnik
Prva Liga (Kroatien), 1.653 Zuschauer, 1:2


Das Stadion Radnik in Velika Gorica besitzt einen riesengroßen, aber miserabel planierten Parkplatz. Um eine der Parklücken zu erreichen, muss man heute unzählige Wasserpfützen im Marcel Hirscher-Style umkurven. Als Österreicher schafft man das natürlich. Der Rest ist dann ein Kinderspiel, vor allem weil die Menschen aufgrund des hohen Andrangs kurzerhand das Stadion neben dem Drehkreuz betreten dürfen. Das ist gut so, ansonsten hätte ich den Anpfiff eventuell verpasst.

HNK Gorica feiert in dieser Saison nach 20-jähriger Abwesenheit ein Comeback in der 1. Spielklasse Kroatiens. In der Zehnerliga liegt man derzeit fernab jeglicher Abstiegssorgen am respektablen 5. Platz. Der heutige Gast NK Osijek liegt gerade einmal 2 Punkte vor dem Aufsteiger.

1.653 Besucher kommen heute vorbei. Die kleine Fanszene der Heimischen fällt nicht nur mit wiederholtem Zeigen des Stinkefingers Richtung Auswärtsblock, sondern auch mit einer Wolfsgeheul-Sirene auf. Motiviert davon erwischen die Gastgeber einen perfekten Start - und erzielen nach einem perfekten Lochpass durch Suk die frühe Führung. 

In der 40. Minute grätscht ein Gorica-Verteidiger einen Osijek-Akteur völlig sinnbefreit im Strafraum nieder. Der Elfmeter wird von Mirko Marić nicht souverän, aber doch verwandelt. Damit geht es in die Halbzeitpause. Der mit 3 Armbändern ausgestattete Philipp versorgt uns in dieser mit Schinken, Speck und kaltem klaren Wasser aus dem VIP-Bereich. Besten Dank!

In der 2. Halbzeit spielt Osijek um eine Nuance besser als Gorica. In der 70. Minute belohnt Alen Grgić sich uns sein Team mit einem Volleytor für das Bemühen. Letzter Höhepunkt ist die von Philipp prophezeite Gelb-Rote Karte für Sideshow-Bob Mario Marina auf Seiten von Gorica. Osijek kann sich vorerst vom heutigen Gegner absetzen und liegt damit auf Europa-Cup - Kurs.































Inter Zaprešić - Dinamo Zagreb

Zaprešić, Stadion ŠRC
Prva Liga (Kroatien), 1.665 Zuschauer, 0:2


Kann ein gewöhnlicher  Hopper NEIN sagen, wenn am 9. Dezember in der Region Zagreb 2 Erstligaspiele angesetzt sind, die über die volle Distanz möglich sind - inklusive attraktiver Gästeteams? Eben!

Nach einem Einkauf samt einer Jause im hiesigen Supermarkt geht es 15 Minute vor Spielbeginn zum Stadion ŠRC, in dem der NK Inter Zaprešić seine Heimspiele austrägt. Mit Dinamo Zagreb kommt der Tabellenführer der kroatischen Prva Liga vorbei. Keine einfache Aufgabe also für die Heimischen, die sich im Mittelfeld der Tabelle befinden.

Der Blickfang im Stadion ist die mächtige Haupttribüne, auf der sich heute neben den Heimischen auch viele Dinamo-Fans mischen. Der Dinamo-Fanblock, der sich gegenüber dieser Monster-Tribüne befindet, macht 90 Minuten Betrieb - teilweise in einer beeindruckenden Lautstärke. Auf Seiten der Heimischen gibt es immerhin eine Handvoll Halbwüchsiger, die mit einem Fetzen, Fahnen und einer Mini-Trommel ausgestattet sind.

Wenig überraschend dominiert Dinamo das Spiel von Beginn an. Der Führungstreffer nach rund 20 Minuten ist verdient, aber trotzdem glücklich, da ein Weitschuss von einem Zaprešić-Verteidiger unglücklich ins eigene Tor abgefälscht wird. Dinamo inklusive dem in Österreich nicht unbekannten Trainer Nenad Bjelica wird das herzlich egal sein.

Mit der knappen Führung geht es in die Pause, in der ich mir einen Lavazza-Automatenkaffee um 4 Kuna (54 Cent) genehmige, der geschmacklich trotz Plastikbecher durchaus überzeugen kann.

Die Vorentscheidung in diesem Spiel erleben die Fans in der 50. Minute, in welcher der Zaprešić-Mittelfeldspieler Ivan Čeliković für ein Textilvergehen vom Schiri vorzeitig unter die Dusche geschickt wird. 10 Minuten später gelingt Dinamo per Fallrückzieher das 0:2.

Nach diesem Traumtor verzichten die Gäste freiwillig darauf, die Torbilanz aufzubessern, da man die Angriffsbemühungen einstellt. Sehenswerter als das Spiel ist ab diesem Zeitpunkt der Sonnenuntergang, der in Kroatien offensichtlich nicht nur am Meer gut aussieht.