Samstag, 3. Juni 2023

KSV Siemens Großfeld - Columbia Floridsdorf

Wien, Sportplatz Siemens
2. Landesliga (Wien), 75 Zuschauer, 1:3

Nach der gestrigen Meisterfeier in Waldhausen sollte es heute zum letzten Auftritt des SV Pellendorf in die Bezirksklasse Weinviertel gehen. Erfreulicherweise kann davor auch noch in Wien ein Match besucht werden. Um 14 Uhr lädt der KSV Siemens Großfeld die Columbia aus Floridsdorf zum Flo-Derby, wie Mitfahrer Andreas dieses Bezirksderby bezeichnet. 

In der Saison 2015/2016 schlossen sich der KSV Siemens und der 1. SC Großfeld zum KSV Siemens Großfeld zusammen. Kurz davor konnte ich den 1. SC Großfeld noch als eigenständigen Verein auf deren Anlage beobachten. Der Gegner war damals, wie könnte es auch anders sein, Columbia Floridsdorf. Womit sich heute ein wunderbarer Kreis schließen sollte.

Wie vor 9 Jahren ist auch heute die Columbia klarer Favorit, es trifft nämlich der Vierzehnte der Tabelle auf den Dritten. Andreas hofft trotzdem auf ein spannendes Spiel, weil "a Derby hod jo seine eigenen Gesetze!" Sagts und verzieht sich in die Kantine, um mit einem Schnitzel wieder zurückzukehren. Da ich nicht unkollegial bin, schließe ich mich an und genehmige mir ein Fleichlaberlsemmerl.

Während des Verzehrs unserer Speisen sehen wir, dass Siemens gut mit der Columbia mithalten kann. Zu großen Torchancen kommen beide Teams während der 1. Halbzeit nicht, womit es bei 0:0 in die Pause geht. Andreas wird etwas nervös, im Gegensatz zum Schnitzel würde ihm ein torlosen Remis nämlich gar nicht schmecken. Da gibt es ja eine Serie...

Nach 62 Minuten erlöst Valentin Stollreiter Andreas, er trifft zum 1:0 für die Gastgeber. Das verleitet die ansonsten sehr gechillten Besucher auf der Sonnenterasse zu einem emotionalen Ausbruch: "Gemma Siemens!" Die Gäste erkennen nun, dass man auch gegen einen Nachzügler die Zügel nicht schleifen lassen kann. Man erhöht das Tempo und erzielt im 10-Minuten-Takt noch 3 Tore.

Damit gewinnt wie damals beim 1. SC Großfeld auch bei Siemens Großfeld die Columbia. Beim Verlassen des Geländes entdeckt Andreas einen PKW mit einem Jamaika-Aufkleber. Spontan meint er "Da ist er! Der Jamaikaner mit dem Ghettoblaster!" Dieser Andreas, was dem immer einfällt!? 



























Freitag, 2. Juni 2023

SV Waldhausen - SG USV Karlstein/SCU Thaya

Waldhausen, Sportplatz
2. Klasse Waldviertel Zentral, 320 Zuschauer, 2:1

Der Juni ist aus der Sicht eines Hoppers stehts eine Achterbahn der Gefühlt. Neben Highlight wie Relegation oder Meisterschafts-Entscheidungsspiel gibt es auf der anderen Seite die Mannschaften, die sich aus dem Spielbetrieb zurückziehen. Ich starte diese Achterbahnfahrt mit einem Team, das sich heute zum Meister krönen kann. 

Dabei handelt es sich um den SV Waldhausen, der in der 2. Klasse Waldviertel Zentral heute gegen die SG Karlstein/Thaya einen Punkt benötigt, um die Meisterfeier abhalten zu können. Der heutige Gegner ist nicht zu unterschätzen, Karlstein liegt nämlich am 3. Tabellenrang. 320 Besucher sorgen für eine anständige Kulisse am Sportplatz der 1200 Einwohner zählenden Gemeinde.

Die beiden Fangruppen sind gut ausgerüstet, während bei Waldhausen ein Anhänger immer wieder auf seine Trommel eindrischt, gibt es auf Seiten der Gästefans eine Hupe. In den Anfangsminuten gibt es noch keine großen Torchancen, sehr zur Enttäuschung des älteren Herren neben mir: "Des Spü gibt nu gor nix her!" In der 25. Minute sind diese Worte schon wieder vergessen, Gutmann verwandelt einen Elfmeter zum 1:0 für die Gastgeber. Der Meistersekt kann eingekühlt werden.

In der Halbzeit gibt es vom Grillmeister ein Kotelettsemmerl und außerdem einen Zuwachs im Auswärtssektor. Rund 10 Anhängerinnen aus Karlstein tauchen nämlich mit Trommeln und den Vereinsfarben im Gesicht auf. Die sangesfreudigen Damen übernehmen sofort das Kommando auf der Tribüne.

Nach einer wenig ereignisreichen 2. Halbzeit, sollte es in der Schlussphase nochmals richtig spannend werden. In der 81. Minute zieht Wagner die Notbremse und fliegt vom Platz. Den fälligen Freistoß haut Jiri Smrcka aber sowas von ins Kreuzeck. Damit steht es 1:1. Die Damen auf der Tribüne kreischen!

Die Gäste sind übermotiviert und schmeißen alles nach vor - und fangen sich einen Konter ein. Sibal trifft zum vielumjubelnden 2:1. In der Folge gibt es eine Doppelchance von Karlstein, bei dem ein Anhänger der Gäste gleich für das entsprechende Doppelzitat sorgt. Nachdem der 1. Schuss vom Goalie pariert wird meint er entsetzt: "Des gibt's jo ned!", der Nachschuss, der von einem Verteidiger vor der Linie geklärt wird, entlockt ihm ein: "Des gibt's jo wirklich ned!" 

Kurz darauf ist Schluss. Waldhausen ist Meister, es folgt die Feier mit Meisterehrung, Pyro & Bierdusche. Herzlichen Glückwunsch!