Freitag, 4. August 2023

ASKÖ SV Strasshof - FC Angern

Strasshof an der Nordbahn, Sportplatz
2. Klasse Marchfeld, 125 Zuschauer, 2:2

 

Aufgrund von Umstrukturierungen im Ligasystem wurden einige Vereine aus der ehemaligen 2. Klasse Weinviertel Süd in die 2. Klasse Marchfeld eingegliedert. Die Liga besteht nun aus 16 Vereinen, wodurch man so früh wie noch nie in die Meisterschaft startet. In der 1. Runde empfängt der ASKÖ SV Strasshof mit dem FC Angern jene Mannschaft, gegen die man in der abgelaufenen Saison das letzte Spiel bestritt. Ein Kreisschluss also. Dieses Match konnte Strasshof knapp mit 2:1 für sich entscheiden.

Heiß auf die neue Saison ist offensichtlich Schiri Linder. Der steht nämlich schon 5 Minuten vor Spielbeginn am Rasen und "pfeift" die Mannschaften zusammen. Das ist auch gut so, denn der Kapitän von Strasshof stellt fest, dass dem Boi de Luft fehlt. Dadurch laufen die beiden Mannschaften doch pünktlich um 20.00 Uhr Richtung Mittelkreis. Wobei Laufen nicht ganz stimmt, denn Linder wählt die gemütliche Variante. Ein Spieler aus Strasshof ist erfreut: "Des Tempo hoid ma bei!"

Das hätte man vielleicht doch nicht machen sollen, denn der FC Angern geht gleich mit der 1. Chance in Führung. In der Folge schaffen es die Hausherren, die Gemütlichkeit abzulegen, die Folge sind zwei Treffer binnen kurzer Zeit. Nach 20 Minuten steht es damit so, wie das letzte Spiel ausgegangen ist. In der 1. Halbzeit versäumt es Strasshof, die Führung auszubauen.

In der Pause treffe ich auf Hopperkollegen Matthias, mit dem ich mir die 2. Halbzeit gemeinsam ansehe. Der meint: "Gott sei Dank ist wieder Meisterschaft, da werden auch die Schiedsrichter wieder beschimpft!" Im Hintergrund plärrt ein Anhänger aus Strasshof: "Heast Schiriiiii, bist du komplett ongsoffffn!?"

Ich suche die Kantine auf,  um mir das letzte Fleischlaberl zu erwischen. Der SV Strasshof hat lange Zeit alles unter Kontrolle, bis Robert Siegl in der 77. Minute den zu diesem Zeitpunkt doch überraschenden Ausgleichstreffer erzielt. Angern bekommt nun Oberwasser und scheitert in der Schlussphase dreimal knapp am Siegtreffer, womit es bei der alles in allem gerechten Punkteteilung zum Auftakt bleibt.






























Mittwoch, 2. August 2023

SV Hutthurm - FC Ingolstadt

Hutthurm, Stadion an der Fischhauser Straße
Totopokal (Bayern), 927 Zuschauer, 1:2


Nachdem in der Qualifikation zum bayrischen Landespokal die SpVgg Landshut besucht wurde, geht es in der 1. Runde des Totopokals schon wieder zu einem Verein mit Hut. Heute ist es der SV Hutthurm, der mit dem FC Ingolstadt einen attraktiven Gegner ausgewählt hat. Ja, ausgewählt stimmt tatsächlich. Hutthurm wurde in der Auslosung als 4. Team gezogen und durfte sich damit einen Gegner aussuchen. Nachdem sich die Mannschaften zuvor die 60er, Regensburg und Haching krallten, entschied sich der SV Hutthurm für den FCI.

927 Besucher beweisen, dass diese Entscheidung keine schlechte war. Auf der eigenen Homepage gab der SV Hutthurm, der als Kreispokalsieger von Niederbayern Ost in den Totopokal einzog, bekannt, dass es in dieser Begegnung nicht um das Ergebnis, sondern um das Erlebnis gehe. Natürlich ist man als Bezirksligist (7. Spielstufe) gegen den Drittligisten klarer Außenseiter.

Neben meiner Wenigkeit gehören auch Philipp und Andreas aka André zu den Gästen, die heute etwas erleben wollen. Eine positive Überraschung erleben wir bereits im Zuge der vor dem Spiel abgehaltenen Kulturrunde durch das Zentrum. Dort entdecken wir neben dem Brauereigebäude einen Supermarkt, der das entsprechende Bier anbietet. Das Hutthurmer Urtyp Hell lässt keine Wünsche offen.

Gut gestärkt geht es zum Stadion, wo man bereits dem Anpfiff entgegenfiebert. Unmittelbar nach der Durchführung dessen zieht es uns zum Grillstand, wo ganz klassisch Bratwurstsemmel angeboten werden. Dort meint eine Dame hocherfreut: "Scho' 5 Minuten gspuid und nu koa Tor kriagt!" Als wir uns erstmals an diesem Tag dem Geschehen am Rasen widmen, stellen wir fest, dass der Underdog das Spiel offen gestaltet.

Es sollte noch besser kommen. Stefan Pecher bringt den SV Hutthurm in der 20. Minute in Führung. Die Masse ist begeistert. Man kann die Führung ohne gröbere Probleme in die Pause mitnehmen. In dieser spricht uns ein Besucher an, der uns vollkommen richtig als Österreicher zuordnet. Von diesem erfahren wir einiges über die Bierwelt rund um Passau. Es gibt Empfehlungen ("Des Apostelbräu aus Hauzenberg miasst's probiern!") aber auch Kritik ("Des Hacklberg wor frühaa bessa!"). 

Besser werden in der 2. Halbzeit auch die Ingolstädter, die offensichtlich den Ernst der Lage erkannt haben. Es ist nun das erwartete Spiel auf ein Tor. Der Ausgleich gelingt dem SVI in der 52. Minute. Man bleibt dran - und trifft in der 74. Minute ein 2. Mal. Es sollte der letzte Torerfolg an diesem Abend sein. André fasst das Spiel aus Ingolstädter Sicht wie folgt zusammen: "A schwoche Leistung, oba trotzdem drübakumma!" 

Der SV Hutthurm darf sich trotz Niederlage ein wenig als Sieger fühlen. Neben dem Erlebnis hat man nun sogar ein herzeigbares Ergebnis.