Freitag, 25. Juni 2021

SV Schwechat - First Vienna FC

Schwechat, Stadion
Wr. Stadtliga, 500 Zuschauer, 0:3

Unverhofft kommt oft ... Ein abgesagter Kundentermin gibt mir heute die Möglichkeit, ein Freitag-Abendspiel einzuschieben. Von der Attraktivität (und auch vom Zeitfenster) sticht hier die Stadtliga-Partie zwischen Schwechat und der Vienna hervor. Die Vienna kann heute mit einem Erfolg den Aufstieg in die Regionalliga Ost fixieren. Eine attraktivere Begegnung wird man in Schwechat wohl für längere Zeit nicht finden. 

15 Minuten vor Anpfiff erreiche ich das Schwechater Stadion, das ich zwar schon das eine oder andere mal überflogen habe, aber noch nie bei einem Spiel besucht habe. Höchste Zeit also. Gefühlte 90 Prozent der Zuschauer sind heute im Lager der Vienna, das kommt aber nicht überraschend.

Nachdem der Schwechat-Kapitän Palalic für 300 absolvierte Spiele geehrt wurde, kann die Partie mit leichter Verspätung losgehen. Pünktlich mit dem Anpfiff beginnt es zu regnen, was aufgrund des überdachten Haupttribüne für die Besucher überhaupt kein Problem darstellt.

Die Hausherren, die sich im Mittelfeld der Tabelle befinden, beginnen ambitioniert und kommen zu einigen Halbchancen. Die Vienna reagiert wie eine Spitzenmannschaft eben reagiert - und geht durch einen prächtigen Freistoß von Jiri Lenko in Führung. Mario Konrad erhöht kurze Zeit später. Die Vienna Fans beginnen zu chanten: "Nie wieda Staatsliga" oder "Sportclub wir kommen!" hallt es durch das Stadion.

Nach der Pause, in der ich mich aus dem reichhaltigen Kantinenangebot für eine Käsekrainer entscheide, nütze ich die kurze Regenpause, um das Oval zu umrunden. Ob es vielleicht aus diesem Grund runde Ovals gibt, lass ich hier mal so im Raum stehen!?

Die Vienna läuft nie in Gefahr, den Vorsprung aus der Hand zu geben, Mensur Kurtisi trifft kurz vor Schluss zum 0:3-Endstand. Nach dem Abpfiff wird mit Bengalos und Rauch würdig der Aufstieg gefeiert. Mit diesem Kader wird die Vienna auch in der Regionalliga eine gute Figur abgeben.


































Sonntag, 20. Juni 2021

SC Wollers Komet - United Devils

Wien, Sportplatz Pichelwangergasse
Oberliga B (Wien), 49 Zuschauer, 4:0

Der Verbandssportplatz in der Pichelwangergasse (ehemals RAG-Platz) in Wien-Floridsdorf ist die Heimat zweier Wiener Traditionsvereine. Das ist der in der 1. Klasse agierende WBC IX sowie der Sportclub Wollers Komet. Die Letztgenannten treffen in der Oberliga B heute in einem wichtigen Spiel  der 11. Runde als Vorletzter auf den Tabellenletzten United Devils. Mit einem Auswärtssieg würden die Teufel die Kometen auf den Abstiegsplatz stoßen. Der Wiener Verband spielt bekanntlich nach der Coronapause #2 die Herbstsaison zu Ende, damit es heuer endlich wieder einmal Auf- und Absteiger gibt.

Das Spiel beginnt mit einer Trauerminute, da in der vergangenen Woche der Ex-Spieler, Ex-Funktionär und jahrelange Begleiter Günther Bohrn verstarb. Zudem tragen sämtliche Kicker der Gastgeber heute eine schwarze Binde. Dann kann es vor tropischen Temperaturen losgehen. Nachdem in den ersten Minuten die Gäste zu ein paar Halbchancen kommen legt der SCW schließlich einen Zahn zu und geht in der 18. Minute in Führung.

Da die Bälle manchmal das Tor klar verfehlen und am dahinterliegenden Kunstrasenplatz landen, schreit ein Ersatzspieler: "Mir brauchen nu a poor Matchbälle!". Der Ordner schreit zurück "Naaa, zwoa reichn!" Trotz der Führung ist Wollers-Coach Schober nicht zufrieden: "Ihr müsst auf de Roten a schaun, ned nur auf den Ball!". Kurz nach diesem Vorschlag gelingen den Wollers innerhalb von 4 Minuten 2 Tore.

Ich erreiche bei meiner Runde nun die Gästebank, dort ist man ob des Spielverlaufes nicht glücklich: "Des geht so ned, mia san übahaupt ned on fire!" Gerade Teufel sollten das sein!  In der Halbzeit ordere ich beim Grillmeister eine Käsekrainer. Nirgendwo auf der Welt schmeckt die besser als in Wien, auch heute wird dieser Behauptung eindrucksvoll bestätigt.

Nach der Pause sind die Devils endlich on fire und vergeben mehrere Großchancen. Nun platzt einem Ordner der Kragen: "Wia hom mir 3 Tore gmocht? Mit Fuasboi hod des übahaupt nix zu tun!" In der Folge lässt das Tempo deutlich nach, was aufgrund der unmenschlichen Temperaturen nicht verwundert. Mit der letzten Aktion im Spiel sorgt Abdifataah Mohamed mit seinem 2. Tor des Tages für den 4:0-Endstand.

Die Wollers Komet verdoppeln damit ihre bisherige Punkteausbeute und liegen 3 Spiele vor Saisonende 5 Punkte vor den Devils. Da müsste es schon mit dem Teufel zugehen, sollte das nicht reichen. Die heutigen Sieger verabschieden sich mit einer Welle von ihren Fans. Auch der zuvor schimpfende Ordner klatscht nun begeistert in die Hände.

Auch ich bin begeistert, und zwar von den vielen Panoramaeindrücken, die der Sportplatz bietet. Der Florido-Tower stellt alles in den Schatten, aber auch der Donauturm, Der Sender Kahlenberg, die Leopoldskirche sowie der Millennium-Tower sind von hier aus zu sehen.