Samstag, 24. Juli 2021

ASKÖ Jabing - SpG Oberwart/Rotenturm

Jabing, Pinka-Arena
Burgenland-Cup, 222 Zuschauer, 1:2


Im vergangenen Jahr feierte der SV Oberwart in der 2. Runde des burgenländischen Landespokals bei der ASKÖ Jabing einen ungefährdeten 5:1. Sieg. Heuer haben die Jabinger gleich in der 1. Runde die Chance, sich für die klare Niederlage zu revanchieren. Über 200 Besucher sollten ihr Kommen nicht bereuen.

Pünktlich um 18 Uhr erscheinen die Akteure am Rande des Spielfeldes. Schiri Arif Ardem wirkt ungeduldig und führt die Spieler mit den Worten "Gemma's on!" aufs Feld. Ein Jabinger Spieler interveniert: "Unsa Kapitän föhlt nu!" Ardem lässt das völlig kalt: "Der kummt eh noch!" 

Außenseiter Jabing aus der II. Süd erwischt inklusive des Kapitäns einen Traumstart und geht durch Andre Doppler in Führung. Landesligist Oberwart wirkt geschockt, ein Klassenunterschied ist nicht erkennbar. Ich begebe mich Mitte der 1. Halbzeit zum Wohnwagen, in dem Toastlangos zubereitet werden. Toastlangos & Südburgenland, das gehört schließlich zusammen.

Während ich die Köstlichkeit verzehre, erfahre ich von den Jabinger Ultras "dass der kloane Plotz uns zugute kummt!" Keine 5 Minuten nach diese Analyse kann Lukas Kantauer für die SpG Oberwart/Rotenturm ausgleichen. Mit 1:1 geht es in die Halbzeitpause.

Nach dem Pausentee übernimmt dann der Favorit klar das Kommando, in der 67. Minute ist es abermals Lukas Kantauer, der die Gäste jubeln lässt. Kurz darauf entschärft Jabing-Goalie Garger einen Elfmeter. Dadurch ändert sich plötzlich wieder das Spielgeschehen, von nun an drücken die Gastgeber vehement aus den Ausgleich, der aber trotz einiger guter Möglichkeiten nicht mehr gelingen mag.

Trotz dieser knappen Niederlage wird die Mannschaft beim Abgang zurecht gefeiert, nach der 1:5 Niederlage im Vorjahr war man heuer knapp dran an der Sensation.



























SC Wiesen - SC Bad Sauerbrunn

Wiesen, Sportplatz
Burgenland-Cup, 100 Zuschauer, 0:8


Auch im Burgenland startet die Saison traditionell mit der 1. Runde des Landespokals. Das ursprünglich gestern angesetzte Nachbarschaftsduell zwischen Wiesen und Bad Sauerbrunn wurde auf heute Samstag, 15 Uhr verschoben. Das ist gut für mich, dadurch kann ich nämlich gleich 2 Cupderbys in voller Länge beobachten.

Bei tropischen Temperaturen erreiche ich 10 Minuten vor Anpfiff die Marktgemeinde Wiesen, die man in Österreich nicht unbedingt wegen des hiesigen Sportvereins, sondern als Festival-Gemeinde kennt. Nachdem ich diesen Festivalpunkt vor einigen Jahren bereits einfuhr, ist heute der Sportplatz an der Reihe. Das der überhaupt noch besucht werden kann ist keine Selbstverständlichkeit, da man in der Saison 2016/17 den Spielbetrieb einstellte, aber ein Jahr später wieder zurückkehrte. Damit ist man die berühmte Ausnahme von der Regel.

Mit dem Landesligisten SC Bad Sauerbrunn kommt heute ein übermächtiger Gegner vorbei. Wiesen selbst befindet sich seit dem Wiedereinstieg in der 2. Klasse Mitte. Beim Eintritt meint ein Besucher sichtlich unzufrieden: "7 Euro? Des san jo Preise wia in da Bundesliga!" Der Kassier nimmt dies achselzuckend zur Kenntnis. 

Der Platzsprecher wirkt äußerst motiviert, nach der Präsentation der Aufstellung meint er "Mia hom an starken Gegner! Oba es is imma wos drinn!" Fabian Kornholz antwortet mit dem 0:1 in der 3. Minute. Die nächsten Treffer lassen nicht lange auf sich warten, die Gäste stellen die Wiesener Abwehr vor allem bei Standards vor unlösbaren Problemen. 

Kurz vor dem Spielende, es steht 0:7, vergibt Wiesen eine große Chance. Ein Anhänger auf der Tribüne meint zerknirscht: "No bravo, de 1. Torchance für uns in da 81. Minutn!" Andere nehmen es mit mehr Humor, einer plärrt mehrmals laut "Ausgleich!" Richtung Spielfeld. Damit steckt er einen weiteren Besucher an: "Jetzt samma do, de ersten 80 Minuten homma uns nur aufgwärmt!"

Auch das hilft nichts, die Gastgeber fangen sich einen weiteren Treffer ein und fliegen damit mit einer 0:8 - Klatsche aus dem Cup. Da vom Aufstieg ohnehin nur der Platzsprecher geträumt hat, wird man dieses Ergebnis schnell abhaken und sich auf den Meisterschaftsauftakt beim neu gegründeten Mattersburger SV am kommenden Wochenende konzentrieren.