Sonntag, 12. Februar 2017

AFC Ajax - Sparta Rotterdam

Amsterdam, Arena
Eredivisie (Niederlande), 51.075 Zuschauer, 2:0


Vor 2 Jahren besiegte Rapid in der CL-Quali Ajax Amsterdam in der Amsterdam-Arena sensationell mit 3:2 und warf damit die Holländer aus dem Bewerb. So schön, so gut! Weniger schön ist der Umstand, dass ich damals aus urlaubstechnischen Gründen nicht dabei sein konnte.

Das heutige Spiel gegen den Nachzügler aus Rotterdam ist kein gleichwertiger Ersatz, aber für das Einfahren des Groundpunkts reicht es allemal. Zumindest das Ticket ist in der Meisterschaft hübscher als die schirchen 08/15-Europa-League-Eintrittsfetzen der UEFA. Die 1996 eröffnete Amsterdam Arena war das 1. Stadion in Europa mit einem verschließbaren Dach. Von diesem Angebot wird heute aufgrund des Wintereinbruchs Gebrauch gemacht. Ob das nun als Hallenpunkt zählt?

Obwohl dieses Stadion nun bereits 20 Jahre auf dem Buckel hat, kann es optisch überzeugen, zumindest von innen. Äußerlich trübt ein angebautes Shopping-Center das Erscheinungsbild. Vor allem Hannes ist davon nicht angetan wie seine klaren Worte "Is des schirch!" beweisen.

Wenn man Karten im Oberrang bezieht, kann man wählen zwischen einem schweißtreibenden Anstieg über Steilstufen oder einer gemütlichen "Anfahrt" via Rolltreppe. Da wir unmittelbar vor dem Betreten des Stadions ein Hot Dog vertilgen, entscheiden wir uns zwecks Kalorienabbau für die 1. Variante.

Die Partie erinnert heute in vielerlei Hinsicht an das gestrige Feyernoord-Match. Sowohl die Farben der Trikots  als auch der Spielverlauf weisen eine gewisse Ähnlichkeit auf. Ajax spielt Sparta regelrecht an die Wand und bietet einen technisch anspruchsvollen Fußball. Schön zum Anschauen! Unmittelbar vor dem Pausenpfiff führt die eklatante Ajax'sche Überlegenheit dank einer schönen Einzelaktion von Bertand Traoré endlich auch auch zu einem Torerfolg.

Kurz nach Wiederanpfiff erhöht der Däne Dolberg auf 2:0. Jedem der 51.075 ist bewusst, dass dieses Spiel nun entschieden ist. Sparta ist schlicht und einfach zu schwach, um hier noch was auszurichten. Daran ändert auch die Einwechslung des Ösi-Legionärs Martin Pusic nichts.

Ajax lässt bis zum Abpfiff Ball und Gegner laufen, man verabsäumt es jedoch, hier und heute etwas für das Torverhältnis zu tun. Somit endet auch das 2. Spiel des Wochenendes mit einem 2:0, womit sich der Kreis der Gemeinsamkeiten wieder schließt. Ajax hat also weiterhin 5 Punkte Rückstand auf Feyenoord. Ob sich das heuer für den 34. Meistertitel ausgeht? Wir werden sehen...

Auch die Zeit abseits des Fußballs wurde nicht sinnlos verplempert: Neben einer Stadtbesichtigung, die Amsterdam im seltenen Schneegewand zeigt, ist der Besuch der Heineken-Erlebniswelt ein kultureller und auch kulinarischer Höhepunkt.

Mit 30 Minuten Verspätung landen wir mehr oder weniger frisch und munter kurz vor Mitternacht mit meinem 26. Länderpunkt im Gepäck in Schwechat.















































Samstag, 11. Februar 2017

Feyenoord - FC Groningen

Rotterdam, De Kuip
Eredivisie (Niederlande), 47.500 Zuschauer, 2:0


Dieses Wochenende steht ein Ausflug mit Hannes, Hörbi, Wurzi und dem Groundhopper-Nachwuchstalent Blauschi, der immerhin seinen 8. Länderpunkt einfährt, am Programm. Blauschis Hopperkarriere wurde nach einem Spiel in Budweis bei nasskaltem Wetter kurzfristig auf Eis gelegt. ("I hör mit dem Groundhoppen wieda auf"). Nun ist die Motivation zurück, der 10er soll heuer fallen.

Bei beiden Vereinen, die wir dieses Wochenende besuchen, gibt es schöne grün-weiße Erinnerungen. Wir beginnen im De Kuip von Rotterdam, wo Rapid im Halbfinale des Europacups der Pokalsieger 1996 bei Feyenoord ein 1:1 erreichte. Das magische 3:0 im Rückspiel zählt zu meinen schönsten und emotionalsten Live-Erlebnissen.

Zurück zur Gegenwart: Feyenoord führt die holländische Eredivisie mit einem Vorsprung von 5 Punkten auf Ajax an. Das riecht schon ein wenig nach dem fünfzehnten Meistertitel. Gegner in der 22. Speelronde ist der FC Groningen. Die befinden sich im Mittelfeld der Tabelle. Im Meisterkampf sind da 3 Punkte fix eingeplant bei Feyenoord.

Bevor wir das De Kuip betreten, haben wir noch einige Herausforderungen zu überwinden. Wie üblich gibt es bei Reisen mit Hannes, alias Johnny Football, ein Eisenbahn-Problem. "We are sorry, our Engine is broken!" ist wohl eine Aussage, die man nicht gerne hört, wenn man irgendwo in der niederländischen Pampa steht. Da dauert dann eine 20minütige Fahrt auf einmal 1,5 Stunden!

Eine weitere Kuriosität betrifft das Wetter: Wie oft schneit es in Holland? Vermutlich selten bis nie. Dieses Wochenende herrscht Wintereinbruch in Amsterdam-Umgebung. Während eines Abendessens wird es einmal so richtig heftig. Die Worte "Jetzt kummt a Blizzard!" sind keine Übertreibung.

Nach einem ansprechenden Kulturprogramm inklusive Fanshopbesuch sind wir pünktlich vor dem De Kuip. Eine Portion Pommes später geht es dann hinein ins Feijenoord-Stadion, welches 1937 eröffnet wurde. Aufgrund des hervorragenden Saisonverlaufs ist das Spiel mit 47.500 Besuchern ausverkauft. In der Stadionzeitschrift erfahre ich, dass sämtliche (!) Heimspiele bis Saisonende bereits ausverkauft sind. Die Euphorie ist groß bei Feyenoord.

Das spürt auch der heutige Gegner. Groningen wird sofort eingeschnürt, man taucht laufend vor dem gegnerischen Tor auf.  Beim Abschluss hapert es jedoch. Groningen schafft es. 2-3 Mal durch Konter gefährlich vor dem Feyenoord-Tor aufzutauchen. In der 35. Minute vergeben die Grünen einen "Hunderter". Die Rache erfolgt 3 Minuten später durch Jens Toornstra, der den Tabellenführer auf Kurs bringt.

Derselbe Spieler erzielt Mitte der 2. Halbzeit das 2:0. Somit bleibt Zeit für Nebenschauplätze: Amüsant ist der Dauerclinch zwischen einem Besucher, der seine besten Jahre bereits hinter sich hat, und dem Ordnerdienst. Trotz zahlreicher Anweisungen von den Stufen zu verschwinden, bleibt der Herr eisern. Als Höhepunkt gibt es den ausgestreckten Mittelfinger Richtung der Ordner. Kurze Zeit später verschwindet der Herr aus dem Stadion. Möglicherweise ist er aber auch veschwunden worden :-)

Beim Anblick zweier Zuseher vor uns, sage ich zu Blauschi: "Der schaut aus wie ein Holländer!" Blauschi darauf: "Jo stimmt, der hod a richtiges Kasgsicht!. Is oba ka Wunder, wonn er den gonzen Tog nur Kas frißt".  Dieser Blauschi!

Am Spielstand ändert sich nichts mehr, ein weiterer wichtiger Schritt Richtung Meistertitel wurde hiermit absolviert. Wir werden sehen, ob Verfolger Ajax morgen nachziehen kann.