Sonntag, 6. Oktober 2019

SV Pram - UFC PTA

Pram, Sportplatz
1. Mitte-West (OÖ), 220 Zuschauer, 0:0


Der Sportplatz in Pram liegt in der Peterskirchnerstraße. Wenn dann die Gastmannschaft aus Peterskirchen nach Pram reist, liegt der Verdacht nahe, dass es sich um ein Nachbarschaftsduell handeln könnte. Genauso ist es auch! Das Aufeinandertreffen zwischen dem SV Pram und dem UFC Peterskirchen/Tumeltsham/Andrichsfurt wird auf der Homepage der Gastgeber als Revierderby bezeichnet. Na bitte!

Bei meinem Eintreffen steigt gerade Rauch auf, aber (noch) nicht von einem der Fangruppen, sondern aus einer Holzkiste. Darin wird feines Schweinefleisch gegrillt. Hier in Pram wird das ganze als Kistnsau bezeichnet. Das zarte Fleisch kommt anschließend in eine Semmel und wird als Saugnacksemmel an die hungrigen Mäuler verteilt. Schon bei meinem Eintritt wird den Gästen diese Spezialität ans Herz gelegt. So meint die Saugnack-Semmel-Verkäuferin zu zwei Burschen: "Esst's a weng wos, damit's mehr trinkn kennts!" Der gute Rat wird von den Burschen ziemlich kalt mit "Mir trinkn eh nix!" abgeschmettert.

Kurze Zeit später kann es auch schon losgehen! Zu meiner Überraschung haben die Petras, der Fanclub der Gäste, eine sehenswerte Choreo vorbereitet. Diesmal kommt der Rauch aus keiner Kiste. Während das Spiel nur langsam in die Gänge kommt, geben die Petras' Vollgas. 90 Minuten Dauersupport mit vielen unterschiedlichen Chants! Unter anderem wird folgendes gesungen: "Wir brauchen keine Schale, wir scheissen auf Pokale, Erste-Klasse-Derbysieger PTA!" 

Gut, dass es diese Fans gibt, denn die lenken immer wieder erfolgreich vom Geschehen am Rasen ab. Hier herrscht nämlich Flaute. Beide Teams sind defensiv eingestellt, Torchancen sind nicht vorhanden. Ohne jegliche Highlights geht es beim Stand von 0:0 in die Pause, wo mit der angsprochenen Saugnacksemmel dann doch ein Höhepunkt folgt. Mit Kren und Senf verfeinert lässt diese Speise keine Wünsche offen. Und das im Bosna-Land!

Die Partie wird auch in der 2. Halbzeit nicht besser. Wenn so wenig am Platz geboten wird, darf man sich auch nicht wundern, dass die Petras' über ihr bestes Stück singen. Auch unter den restlichen Besuchern ist man unzufrieden. So meint eine Dame: "Früha worn de Derbys gegen Pedaskirchen nu hoaß!" Selbst der LiRi nimmt sich Zeit für ein Plauscherl mit den Fans am Spielfeldrand: "Letzte Wochn hob i in Jackpot obgschossn! Geboitskirchn gegen Ampflwong! Des wor wia Musi gegen Feiawehr!" 

Nachdem er sich auch noch erkundigt, ob meine Kamera "eh wos konn" verlasse ich den gesprächigen LiRi wieder, um die Umrundung fortzusetzen. Da auch der Fanclub aus Peterskirchen nicht mehr an ein Tor glaubt, wird in der 80. Minute nochmals gezündelt.

Als wäre das Spiel nicht schon unspektakulär genug, kommt es aufgrund zweier Verletzungspausen zu einer 10minütigen Nachspielzeit. So kommt es zum Kuriosum, dass dieses Spiel bei der exakt selben Anzeige beendet wird, bei der es 100 Minuten zuvor angepfiffen wurde. 1 Minute zuvor, als die 99 zur 00 wurde, meinte eine Dame neben mir noch: "So! Jetzt nuamoi von vorn!"  Davon blieben wir glücklicherweise verschont. Trotz des ereignisarmen Spiels verlasse ich Pram dank Saugnacksemmerl, der Gästefans und der vielen Zitate äußerst zufrieden.

 






































Samstag, 5. Oktober 2019

SC Au/L. - SC Hof/L.

Au am Leithaberge, Sportplatz
2. Klasse Ost, 208 Zuschauer, 5:3


An diesem Wochenende stehen 2 Spiele auf meinem Zettel, wer meine Prioritäten kennt, wird wenig überrascht sein, dass es sich bei beiden Spielen um Derbys handelt. Den Anfang macht das Leithaberge-Derby, welches heuer "dank" des Abstieges von Hof erstmals seit 7 Jahren wieder im Meisterschaftsbetrieb ausgetragen wird.

Vor allem die Fans der Gastgeber sind so richtig heiß auf dieses Derby, beim Einlaufen der Akteure wird die Tribüne komplett in den Vereinsfarben eingenebelt. Da ich mich gerade neben dem harten Kern befinde, gibt es Lob von meiner Seite. Die Worte: "Nicht schlecht für 2. Klasse" werden aufgeregt mit "Gegen Hof muas des afoch sei!" beantwortet.

Apropos Hof: Die finden sich nach einem Fehlstart im Tabellenkeller wieder, auch die kürzlich gesehene Auswärtspartie in Stixneusiedl ging sang-und klanglos verloren. Trotzdem zeigt man sich auf der Seite von Au besorgt, so meint ein älterer Herr: "Heit kriag ma ane!"

Der Herr scheint recht zu behalten,  nach 25 Minuten steht es schon 2:0 für die Gäste. Die Auer Szene setzt ihren lautstarken Support trotzdem fort - und wird eine Minute nach dem 2. Tor von Hof mit dem Anschlusstreffer belohnt. Vor lauter Freude wird gleich der halbe Platz eingenebelt. Die Auer-Jungs wiederholen die Freudenfeuer übrigens bei jedem weiteren Tor ihres Teams.

Beim Stand von 3:2 geht es in die Pause. Ich besuche die Kantine, wo ich nur Wurstsemmerl erblicke - und diese auch bestelle. Die Dame erkennt offensichtlich meinen enttäuschten Blick und meint: "Wir hätten oba a worme Leberkässsemmel a! Sogor mit Käsleberkäs!" Ja, dann her mit dem Leberkäse. Danke, sehr aufmerksam! Die St. Urbaner Leberkäs-Affäre ist somit auch wieder getilgt.

Während ich meine Mahlzeit verspeise, werde ich Ohrenzeuge dieser Konversation: "Mia hom nur mehr a poor Flaschl Wieselburger! Und a Kistn Puntigamer!" meint ein Herr. Daraufhin ist die Ausschankdame böse: "Wer hod des Puntigama kafft? De woin jo olle nur des Wiesel!" Tja, ich kenne da jemanden, der garantiert zum Puntigamer gegriffen hätte...

Die 2. Halbzeit beobachte ich neben dem Fansektor von Au, der nach wie vor permanent für Stimmung sorgt. Dass so mancher Chant unter der Gürtellinie liegt, sei Ihnen verziehen. Amüsant ist es allemal, wenn man zB von Hofer-Parasiten singt. Aber auch  Aula vor - noch ein Tor oder Wir sind die Aula gefällt mir irgendwie.

Au gewinnt schlussendlich das Leithaberge-Derby mit 5:3. Der Fanblock bedankt sich für den Derbysieg mit einer abschließenden Rauchparade und singt SC Au - Lebenssinn. Ein Funktionär ist hingegen besorgt: "Mir hom ka Bier mehr! Mir hom 20 Kistn ghobt, olle san weg!" Was für ein Tag für die Aula!