Samstag, 5. September 2020

USC Sonnhofen - USV Pöllauberg

Sonnhofen/Prätis, Hans Krogger Stadion
Unterliga Ost (Steiermark), 300 Zuschauer, 6:0


Auf der Suche nach einem würdigen 2. Match nach dem Auftakt in Eltendorf stieß ich auf den USC Sonnhofen, der auf seiner Facebook-Seite zum "Talkessel-Derby" gegen Pöllauberg lädt. Diese Einladung nehme ich gerne an. Es ist eine Begegnung der steirischen Unterliga Ost, die aufgrund ihrer hopperfreundlichen Ansetzungen nicht zum 1. Mal von mir besucht wird.

In der vergangenen "Coronasaison" lag der Sonnhofen beim Abbruch am letzten Tabellenplatz, während sich der Derbygegner im obersten Tabellendrittel befand. Dem Platzsprecher ist die Vorfreunde auf die Partie anzumerken: "Unser 1. Heimspiel seit einer gefühlten Ewigkeit, und dann gleich so ein Kracher!"

Während 99% der Besucher auf der hübschen Trbüne des Hans Krogger-Stadiums bleiben - und dort wegen der coronabedingten Sperre einzelner Sitze teilweise auf Heurigenbänken stehend das Spiel verfolgen, begebe ich mich auf die gegenüberliegende Seite. Dort gibt Sonnhofen-Coach Suppanitz die Anweisung: "Mia spün mit Feia - von Beginn on!" In der 1. Minute gibt es bereits einen Eckball für die Gäste, Coach Suppanitz kennt den Grund: "Des is zweng' Feia!" 

Pöllauberg dominiert die Anfangsphase, für die auffälligste Sonnhofen-Aktion ist wiederrum der Coach zuständig, indem er einen Ball innerhalb des Spielfelds (!) mit der Hand fängt. Dafür sieht er umgehend die gelbe Karte. Wenig überraschend kann dies Suppanitz nicht verstehen, der souveräne Schiri Semler begründet seine Entscheidung unaufgeregt: "Mir bleibt keine andere Wahl!"

Unmittelbar darauf trifft Kai Mauerhofer mit der 1. Sonnhofen-Chance zum 1:0. Obwohl das Spiel von nun an ausgeglichen verläuft, steht es zur Pause plötzlich 3:0, dank eines Doppelschlags in der 43. und 45. Minute. Fußball eben! Nach der Knacker in Eltendorf gibt es in Sonnhofen eine großartige Schnitzelsemmel. Das frisch herausgeprasselte Schnitzerl ist doppelt so groß wie das Semmerl. Bravo! Der Innenbereich der Kantine würde schöne Fotomotive bieten, doch der Virus verhindert auch hier das Betreten.

Pöllauberg ist nach dem Doppelschlag gebrochen, Sonnhofen hat in Halbzeit 2 leichtes Spiel. Nach dem abschließenden 6:0 in der 80. Minute entkommt dem Abwehrspieler Sascha Mauerhofer ein "Oida, is des geil!" Es sei ihm gegönnt, einen 6:0 Erfolg im Derby feiert man schließlich nicht alle Tage. Es war also tatsächlich Feuer drinnen beim USC. Ob es nur ein Strohfeuer war, werden die nächsten Spiele zeigen...




























SV Eltendorf - USV Dobersdorf

Eltendorf, Navigat-Arena
2. Klasse Süd C (Burgenland), 150 Zuschauer, 1:1


Auf meiner Derbyliste befand sich neben vielen anderen auch die Begegnung zwischen Eltendorf und Güssing. Dieses Spiel wäre im Frühjahr 2020 in der Burgenlandliga über die Bühne gegangen. Corona hatte etwas dagegen und der SVE zog nach der abgebrochenen Saison die Reißleine. Nun versucht man in der untersten Spielklasse einen Neubeginn.

In der seit dieser Saison existierenden 2. Klasse C empfängt man in der 3. Runde zu einer für mich perfekten Anstoßzeit den USV Dobersdorf. Da sich Dobersdorf gerade einmal 5 Kilometer von Eltendorf entfernt befindet, erfüllt diese Partie sämtliche Anforderungen, die ich an ein Fußballspiel stelle. 😁

Das Eltendorf auch von der Leistung in diese Liga passt, beweisen die Anfangsminuten, denn die verlaufen völlig ausgeglichen auf einem eher bescheidenen Niveau. Dobersdorf geht in der 18. Minute in Führung. In der Folge ist Eltendorf völlig von der Rolle, kaum ein Pass kommt an den Mann. Die Besucher sind unzufrieden: "Mei, mir san wirklich schlecht" ist noch das positivste was man zu dem Zeitpunkt zu hören bekommt.

In der 40. Minute bekommt Eltendorf einen Freistoß an der Strafraumgrenze zugesprochen. Eine ältere Dame fiebert mit: "Hau eam eini - Irgendwie!" Mark Vögyie kommt der Aufforderung nach und setzt den Freistoß dank der Mauer, die den Ball unhaltbar für den Torhüter abfälscht, in die Maschen

In der Pause, in der ich eine Knacker verzehre, bewirbt der Platzsprecher die nach dem Spiel stattfindende Verlosung. Dort gibt es unter anderem einen Gutschein für eine Beauty-Behandlung zu gewinnen. Kurz bin ich am Überlegen...

In Halbzeit 2 verflacht das Spiel zusehends, so dass ich mich noch mehr auf die älteren Herren neben mir konzentriere, die mit Zitaten nur so um sich werfen. So hört man etwa nach einer vermeintlichen Schwalbe: "Der fliagt wia a Goaß!" Eine fliegende "Goaß"? Tja, man lernt nie aus! Aufgrund des Spielniveaus kommen etliche Sprüche, einige habe ich hier zusammengefasst: "Do is Hopfen und Moiz valorn!", "Des is Fuaßboi zum Obgwöhnen", "So deppat spün, wer schaut se des 1 1/2 Stund on?" oder mein Favorit "In da Schui würd ma sogn, des san Analphabeten!"  

Dank dieser kabarettreifen Unterhaltung vergeht die restliche Spielzeit wie im Flug. Das Spiel endet schließlich dem Spielverlauf entsprechend mit einem 1:1-Remis. Während sich die älteren Herren nun vermutlich noch den einen oder anderen Uhudler gönnen, geht es für mich weiter zum nächsten Derby, für das ich zwecks Abwechslung das Bundesland wechsle.