Freitag, 16. Juni 2023

SVU Lichtenau - TSU Martinsberg

Lichtenau, Sportplatz
2. Klasse Südliches Waldviertel/Wachau, 70 Zuschauer, 2:3

Nach 3 turbulenten Relegationsduellen lasse ich es heute ruhig angehen. In Lichtenau trifft nämlich in der letzten Runde der 2. Klasse Südliches Waldviertel / Wachau (wer lässt sich solche Liganamen einfallen?) die heimische SVU auf die TSU aus Martinsberg. Es ist ein Spiel um die Goldene Ananas, der Vorletzte trifft auf den Tabellenfünften.

Gemeinsam mit einer dunklen Regenwolke erreiche ich die Gemeinde Lichtenau im Waldviertel, die knapp über 2.000 Einwohner zählt. Eigentlich wollte ich die Lichtenauer einmal im Derby gegen Albrechtsberg besuchen, aus unterschiedlichsten Gründen gelang mir das nie. Da sich heuer die Albrechtsberger Richtung 1. Klasse verabschieden, muss eben Martinsberg herhalten.

Pünktlich zu Spielbeginn setzt Regen ein. Nachdem ein Spieler aus Lichtenau aus der Kabine kommt, meint er: "Des is jo nur a kloana Mairegen!" Eine aufmerksame Besucherin antwortet: "Nana! A Mairegen konn des nimma sei!!" Diese Lichtenauer! Kurze Zeit später sprintet Schiri Karl Walzer mit den beiden Mannschaften zum Mittelkreis. Vielleicht möchte Walzer auch nur dem Regen davonlaufen!?

Es gibt selten etwas schlechtes, an dem nicht auch was gutes ist. Durch den plötzlichen Regenguss erscheint ein Regenbogen, der den Sportplatz einen besonderen Glanz verleiht. Die Lichtenauer, die in der 1. Halbzeit gegen den Regenbogen spielen, gehen in der 6. Minute durch Schwarz rasch in Führung. Unmittelbar darauf erscheint ein Nachwuchsspieler, der beim Blick auf die Anzeigetafel staunt: "Wos? Mir san vurn?"

Lichtenau ist zu dem Zeitpunkt die bessere Mannschaft, man verabsäumt es, die Führung auszubauen Dies wird von einem Martin aus Martinsberg in der 33. Minute bestraft: Martin Gauc haut einen zu kurz abgewehrten Freistoß unter die Latte. Auffälligster Akteur ist trotzdem Schiri Walzer mit der Art, wie er mit Spielern und auch den Besuchern kommuniziert. Er erklärt aber auch stets die Regeln. so meint er vor einem Freistoß: "Ihr kennts ois schützen, wos ihr schützen woits, oba de Händ gengan ned in die Höh!"

Bei 1:1 werden die Seiten gewechselt, die SVU bietet Feuerflecke an. Bei dieser seltenen Sportplatzspeise greife ich gerne zu. In der 56. Minute bringt Rossmann die Martinsberger erstmals in Führung, die nur 8 Minuten halten sollte. Daniel Schwarz trifft ein 2. Mal an diesem Tag für Lichtenau. Da man selten etwas positives über einen Schiedsrichter hört, muss ich folgenden Dialog zweier Martinsberger Anhänger aufnehmen: "Der Schiri is guat! Der siacht ois!" "Naujo, der hod ja a a Brün!" ist die trockene Antwort.

Auch in der nächsten Szene steht Walzer im Mittelpunkt. Nachdem er dem Tschechen Rossmann etwas erklärt, plärrt ein Lichtenauer aus dem Publikum: "Schiri, der versteht di' sowieso ned!" Walzer plärrt noch lauter zurück: "Mi vasteht jeder! Ahoj!" Walzer, eine Schiri mit Kultpotential.

In der 80. Minute schickt er den Lichtenauer Teichtmeister vorzeitig mit Gelb-Rot unter die Dusche. Aus dem folgenden Freistoß entsteht das entscheidende Tor zum 2:3 durch Jan Fragner. Lichtenau verliert damit das letzte Saisonspiel unglücklich, ein Remis wäre wohl ein gerechtes Ergebnis gewesen.
































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