Samstag, 29. April 2023

SV Laßnitzhöhe - SV Justiz Graz

Laßnitzhöhe, Karl Schwarzl Sportanlage
1. Klasse Mitte B (Stmk.), 300 Zuschauer, 4:1


Wie vergangenen Samstag steht auch heute wieder ein "Dreier" in der grünen Mark am Programm. Waren wir im Murtal noch zu fünft, werde ich diesmal ausschließlich von Andreas begleitet. Der unterhält mich wie üblich während der kompletten Autofahrt prächtig, heute ist unter anderem seine Friseurin, die in Flip-Flops seine Haare schnitt, ein Thema. Langweilig kann es mit dem Andreas nicht werden.

Die Besonderheit an unserem heutigen Programm ist die Tatsache, dass bei all unseren Spielen der Tabellenführer antritt. Im 1. Spiel trifft in der 1. Klasse Mitte B der Tabellenführer Laßnitzhöhe (oder doch Lassnitzhöhe?) auf den SV Justiz aus Graz. Die Justiz ist der unmittelbarer Verfolger. Kein Wunder, dass heute gute Stimmung auf der Karl Schwarzl Sportanlange herrscht.

Beim Anstoß plärrt einer aus dem Auswärtssektor lauthals "Gemma Justiz!" Die Justiz ist es auch, die den besseren Start erwischt. Man scheitert jedoch mehrmals knapp. Als Andreas nach längerer Abwesenheit zu mir zurückkehrt, ist er etwas neben der Spur:. "Jetzt bin i auf an Hund aufegstiegn! Des wor unglücklich, i steig zruck und steig eam auf de Pfotn! Wobei des vielleicht a da Körper gwesen sein könnt, so kloa wia der Hund wor!" Dieser Andreas, der lässt nichts aus!

Entgegen dem bisherigen Spielverlauf geht die Laßnitzhöhe in der 32. Minute durch Edelsbrunner in Führung. Diese hält jedoch nur eine einzige Minute, da Manuel Autischer quasi im Gegenstoß ausgleicht. In der 41. Minute wird bei der Justiz Matthias Lipp eingewechselt. Genau der sieht eine Minute später wegen Tätlichkeit eine Rote Karte. Die Justiz hat es mit der Minute.

Bei 1:1 werden in diesem äußerst spektakulärem Spiel die Seiten gewechselt. Wir machen dasselbe und mischen uns in die Menschenmenge. Dort entdeckt Andreas Reinhold Messner. Das ist nicht weiter verwunderlich, der fühlt sich schließlich in der (Laßnitz-)Höhe pudelwohl. Apropos Pudel: Ich sichte auch den von Andreas traktierten Hund, der den Schock offensichtlich überwunden hat und wohlauf ist.

Die Fans der Laßnitzhöhe können in der 57. Minute neuerlich jubeln, Zottler netzt zum 2:1 ein. Die Justiz kommt auch in Unterzahl zu Chancen, doch in der Schlussphase legen die Gastgeber noch 2 weitere Tore nach, womit man das vorentscheidende Spiel mit 4:1 für sich entscheiden kann. Der Weg stimmt.

Unser Weg führt uns nach diesem furiosen Auftakt nun nach Pertlstein in die Gebietsliga Süd.






























Freitag, 28. April 2023

FK Hainburg - SV Hundsheim

Hainburg, Sportplatz
2. Klasse Ost, 120 Zuschauer, 1:3

Am Ende der vergangenen Saison schockte der FK Hainburg mit der Meldung, dass man den Spielbetrieb einstellt. Kurze Zeit später fand sich ein neuer Vorstand und es konnte doch weitergehen - allerdings musste man ganz unten in der 2. Klasse neu starten. Zuvor spielte man eine Klasse höher. Leicht tut man sich in der 2. Klasse Ost nicht, mit Sarasdorf liegt nur eine Mannschaft hinter Hainburg. Der heutige Gegner, der Nachbar aus Hundsheim, liegt auf Tabellenrang 4.

Der Sportlatz in Hainburg bietet einen fantastischen Blick auf die Burgruine. Normalerweise sollte man vor dem Spiel einen Abstecher auf die Ruine machen, aber wenn der Arbeitstag bis in den Abend hinein andauert, ist das zeitlich nicht möglich. Vielleicht kann man das mal nachholen. Pünktlich mit dem Anpfiff setzt auch in Hainburg der Regen ein, der mich fast während der ganze Anfahrt über begleitet hat.

Der Umstand, dass die heimischen Kicker in roten Jacken aufwärmten, aber dann in weißen Trikots einlaufen, verwirrt einen der Nachwuchskicker doch etwas: "'San mir heit ned rot?" Sein Freund klärt ihn auf: "Na, weil Hundsheim hod a rote Forbn!" Nachdem das nun geklärt ist, kann es auch schon losgehen. Die roten Hundsheimer gehen bereits in der 4. Minute durch Nihat Tekgündüz in Führung. Alles wie geplant.

Nicht geplant auf Seiten Hundsheim ist die Quasi-Spieleinstellung der eigenen Mannschaft nach der Führung. Hainburg übernimmt das Kommando, Sedlaceks' Ausgleich nach einem der vielen Corner ist absolut verdient. Nachdem Hainburg in der Folge mehrmals knapp scheitert, trifft abermals Tekgündüz nach einem bösen Abwehrfehler für Hundsheim. Während einer der Hainburger Spieler "Kurva" plärrt, schreit ein weiterer: "Do konn i glei aufhörn!"

Mit 1:2 geht es in die Pause, in der ich wie üblich die Kantine besuche, in der heute Schnitzelsemmel serviert werden. Das finde ich erfreulich. Weniger erfreulich für einen neutralen Beobachter ist die Tatsache, dass Ferdi Akgündüz kurz nach Wiederanpfiff die Partie mehr oder weniger entschieden. Es folgt viel Leerlauf auf beiden Seiten, auch der Nachwuchsfan mit der Trommel, die er allerdings selten bis nie einsetzt, glaubt nicht mehr an seine Mannschaft. Er verlässt die Tribüne in der 70. Minute. 

Da man am Platz wirklich nicht mehr viel geboten bekommt, schweifen meine Blicke immer wieder auf die hiesige Burgruine, aber auch auf die Burg Bratislava ab, die man in der Ferne erkennen kann. Es bleibt beim 1:3. Unmittelbar nach dem Abpfiff fragt ein Anhänger der Gäste seinen Nebenmann: "Wer hod eigentlich bei uns de Tore geschossen?" Die Antwort lautet: "Zwamoi Nihat, Amoi Ferdi! 3 Moi Türkei!" Das Beste kommt halt doch immer zum Schluss.