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Samstag, 6. Januar 2018

SPAL Ferrara - SS Lazio

Ferrara, Stadio Paolo Mazza
Serie A, 12.100 Zuschauer, 2:5


Nach dem Abschluss in der Premier-League startet das neue Jahr mit der Serie A. Es könnte einen schlechteren Auftakt geben! Das meinen auch Philipp und Andinym, die mich in den hohen Norden Italiens begleiten.

Beim Einchecken in der Unterkunft kommt die Frage, ob wir Lazio oder SPAL unterstützen. "SPAL-What else?" lautet meine spontane Antwort. Keine schlechte Idee, wenn der Chef des Hauses mit einer Haube der Heimkurve ("Curva Ovest") herumläuft. Ab sofort genießen wir Privilegien. So bekommen wir unverzüglich einen Espresso samt Kuchen vorgesetzt. Dies sollte nicht die letzte Bevorzugung sein.

Nachdem der Eincheck-Prozess abgeschlossen ist, führe ich die 2 Jungs durch die Stadt. Meine Kulturrunde ist qualitativ hochwertig, unsere Cams laufen zur Höchstform auf. Das Castello Estense, der Palazzo de Diamanti und sogar der schiefe Turm von Ferrara! Alles ist dabei! Trotzdem grantelt Philipp ein wenig und plappert irgendwas das sich wie "Naja, Brucki's Standard ist das nicht" anhört! Völliger Schwachsinn! Selbstverständlich kenne ich den wahren Grund für Philipp's Unzufriedenheit! Er hat kein Bier in der Hand! Dieser Philipp!!

SPAL (Società Polisportiva Ars et Labor) feiert diese Saison nach 49 Jahren Abwesenheit sein Comeback in der Serie A. Nach 19 absolvierten Spielen liegt man mit dem 17. Platz haarscharf über den Abstiegsrängen. Gegner Lazio kämpft hingegen um einen Champions-League-Platz.

Das Stadio Paolo Mazza wurde 1928 errichtet und fasst nach einer kürzlich abgeschlossenen Renovierung 13.020 Sitzplätze. Heute sind beide Fankurven komplett voll, auf den Längsseiten findet man nur vereinzelt freie Plätze. Laut offiziellen Angaben sind 12.100 Zuschauer anwesend.

Das Spiel sollte uns ein unerwartetes Spektakel bringen. Im Land des Catenaccios erwartet man ein taktisch geprägtes Spiel samt einer soliden Defensivleistung. Weit gefehlt! Nach 30 Minuten steht es 2:3 (!). Da reibt man sich verwundert die Augen. Wir sind doch in Italien! Die Defensivreihen machen heute einen erschreckenden Eindruck. In der 41. Minute jubelt zum 4. Mal der Auswärtsblock. Ciro Immobile feiert in dieser Minute seinen Hattrick. Während ein Lazio-Anhänger entzückt "Mamma Mia!" Richtung Immobile schreit, hört man hinter uns ein trockenes "Idiota!" von einem Spalisti...

Die Vorentscheidung folgt in der 50. Minute! Idiota Immobile trifft erneut, 4 Tore in einem Spiel! Das hat selbst er noch nie geschafft. Nach einem kurzen Schockzustand sind die Heimfans bald wieder auf Touren und feiern Ihre Mannschaft weiterhin lautstark an. Auch auf der Haupttribüne fiebert man bei jeder Aktion mit, als würde es 4:4 stehen. Hier wird Fußball gelebt! SPAL steckt nicht auf und hat noch einige Möglichkeiten, unter anderem klatscht ein Freistoß an die Stange. Es bleibt jedoch beim 2:5. Ich würde meinen, der Jahresauftakt ist gelungen!

Auch unser Abendprogramm kann sich sehen lassen. Highlight ist der Besuch der von unserem Bed & Breakfast - Spalisti empfohlenen Pizzeria. Dort ist eine Wand mit Dressen einiger SPAL-Spieler dekoriert, unter anderem vom heutigen Doppeltorschützen Antenucci. In diesem Ambiente kann sich ein Hobber nur wohlfühlen. Die bestellte Pizza lassen ebenso keine Wünsche offen wie später der Bierpunkt Peroni. Mamma Mia!

Morgen wird der italienische Saisonauftakt mit einem neuen Ligapunkt fortgesetzt...








































Donnerstag, 3. November 2016

US Sassuolo - SK Rapid

Reggio nell'Emilia, MAPEI Stadium - Città del Tricolore
Europa-League, 7.838 Zuschauer, 2:2


Im Hinspiel vor 2 Wochen erreichte Rapid trotz guter Leistung im 3. Spiel der EL-Gruppenphase "nur" ein 1:1 gegen den Europacupdebütanten US Sassuolo. Heute steigt im "Città del Tricolore" in Reggio Emilia das Rückspiel. Hier trägt Sassuolo seit dem Aufstieg in die Serie A (2013/14) seine Heimspiele aus. In der Serie B spielte man in Modena, denn selbst dafür war das Stadio Enzo Ricci in Sassuolo nicht geeignet. 2008 stieg man in die Serie B auf.

Trotzdem ist der Besuch des Stadio Enzo Ricci heute unser 1. Programmpunkt. Anschließend folgt die Kulturrunde in Sassuolo, die von Brucki zusammengestellt wurde - und in seinem Sammelsurium nachzulesen ist :-)

Natürlich wird nicht nur Sassuolo, sondern auch die Stadt Reggio Emilia unter die Lupe genommen. Auch hier verweise ich wieder auf das Brucksche Sammelsurium. Nach so viel Kultur gibt es das verdiente, etwas verspätete Mitttagessen. Die Penne Carbonara sind geschmacklich in Ordnung, allerdings hätte die Portion ruhig etwas üppiger ausfallen können. Auch Andreas ist dieser Meinung, wie seine Meldung: "Dasselbe bitte noch einmal!" in Richtung des Kellners beweist. Dank des Desserts, einer regionalen Mehlspeise mit Parmesan und Spinat (!), wird mein Hunger dann doch noch halbwegs gestillt.

Eine Stunde vor Spielbeginn treffen wir beim Stadio Cità del Tricolore ein. Nach dem Enzo Ricci in Sassuolo und dem ebenfalls besichtigten Stadio Mirabello, der ehemaligen Heimstätte von AC Reggiana, ist das Stadio Cità del Tricolore bereits das 3. Stadion, das wir heute besuchen. Rund 2.000 Rapidler befinden sich bei der heutigen Partie auf der Tribuna Nord. Insgesamt finden heute 8.000 Besucher den Weg ins Stadion.

In den ersten 30 Minuten verläuft das Spiel ausgeglichen. Die ersatzgeschwächten Rapidler halten gegen die ebenfalls ersatzgeschwächten Gastgeber gut mit. Doch in die Pause gehen die Italiener dank eines Doppelschlags mit einer komfortablen 2:0 - Führung. Ein sogenannter Rapid-Fan ist nicht zufrieden: "Bei so an Spü werd i zum Weckerl!"

Leider kann Rapid auch in der 2. Halbzeit nicht zulegen. Ja, eigentlich sind wir komplett chancen- und auch ideenlos. Dann wechselt der kritisierte Trainer Büskens Jelic und Kvilitaia ein. Ausgerechnet diese beiden stellen mit Toren in der 86. bzw. der 90. Minute auf 2:2! Unfassbar! "Wir waren tot - und dann das!" meint einer meiner Reblaus-Freunde. Im Gegensatz zum Hinspiel wirkt dieses Remis wie ein Sieg. In der Gruppe bleibt es spannend. Den Tabellenführer und den Letzten trennt gerade einmal ein Punkt...