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Freitag, 23. Juni 2023

Margaretner AC - SC Gradisce

Wien 12, Sportanlage Eibesbrunnergasse (Platz 1)
1. Klasse A (Wien), 99 Zuschauer, 1:6

Auch im Wiener Verband stehen an diesem Wochenende die letzten Saisonspiele an. Eines der 4 Freitagsspiele steigt in der Eibesbrunnergasse, die von mir heute beehrt wird. Das ist nicht mein 1. Besuch auf dieser Anlage, vor 12 Jahren war ich mit Max bereits einmal vor Ort. Damals spielte der in der Zwischenzeit aufgelöste FC Tornado 05 am 2er Platz. Heute steigt auf Platz 1 das Duell zwischen Margareten und Gradisce. Da es sich um dieselbe Anlage handelt, ergibt das keinen neuen Groundpunkt, obwohl am 2er-Platz in der Zwischenzeit sogar die orangen Sitzschalen gegen blaue getauscht wurden.
 
Die Anlage in der Eibesbrunnergasse dient derzeit 4 Teams als Heimstätte. Neben den beiden Oberligisten Union Triester und Cro-Vienna sind es die heutigen Kontrahenten, die in der 1. Klasse A um Punkte kämpfen. Das Spiel vor 12 Jahren war ebenfalls eines aus der 1. Klasse A. Bei meinem Eintreffen meint ein älterer Herr: "Do stehen Autos wia bei an Länderspü!"

Ganz so viele Besucher sind es nicht, aber die angegebenen 99 kommen schon hin - zumindest wenn man die Kicker der Reserve mitzählt. Die Reserve von Gradisce feiert gerade lautstark den Reserve-Meistertitel. Die "Erste" von Gradisce liegt am 3. Rang - und ist damit auch als Auswärtsteam auf der "heimischen" Anlage gegen den Drittletzten Margareten klarer Favorit.

Gradisce nimmt die Rolle an und geht nach 10 Minuten in Führung. Nach 22 Minuten steht es schon 0:3. Mitte der 1. Halbzeit verzieht sich der anfangs starke Regen, am Spielverlauf ändert das nichts. Dank eine weiteren Treffers vor der Pause werden beim Stand von 0:4 die Seiten gewechselt. Ich entdecke eine Pickerl der Tornados. Auch wenn es sich nicht um denselben Tornado wie vor 12 Jahren handelt, geht dies als Kreisschluss durch.
 
In der Pause geht es in die gut besuchte Kantine, wo man aus mehreren Leberkässemmeln wählen kann. Während ich meine Käselberkässemmel verzehre, singen die Misterkicker Sweet Caroline. Offensichtlich wollen auch die Spieler der Ersten mitfeiern, die stehen nämlich schon zeitig am für den Wiederanpfiff bereit. Schiri Dedic hält davon wenig, der kommt pünktlich um 20.00 Uhr aus seiner Kabine.

Beim Stand von 0:6 wärmt ein Margareten-Kicker auf. Ein Funktinär ist mit dem Aufwärmprogramm nicht ganz einverstanden: "Heast, du soist de aufwarma und ned bled schaun!" Kurz darauf verkürzt Kisic auf 1:6. Ein Besucher springt auf vor Freude: "Gemma! Mochts eana de Goi" Nachdem ihm seine Margarentner diesen Gefallen nicht tun, konzentriert er sich wieder auf andere Sachen: "De Gössn san Oasch!"

Es bleibt beim 1:6. Da Gradisces' Kontrahent um den 2. Platz, Rojava, zeitgleich verliert, ist Gradisce nicht nur Reservemeister, sondern auch Vizemeister der 1. Klasse A. Im Gegensatz zu Margareten kann man da wohl von einer erfolgreichen Saison sprechen.
 


























Samstag, 17. Juni 2023

FC Mariahilf - Yozgatspor Wien

Wien, SGP-Platz
1. Klasse A (Wien), 22 Zuschauer, 0:8

Die heute stattfindenden Relegationsspiele in Oberösterreich und der Steiermark werden links liegen gelassen. Das liegt am SC Margarethen am Moos, die heute ihr letztes Spiel absolvieren. Passenderweise empfängt der FC Mariahilf bereits um 14.00 Uhr in der 1. Klasse A die Kollegen von Yozgatspor zu deren Saisonspiel. 

Mit dabei ist heute wieder einmal Andreas. Beim Aufeinandertreffen glitzern seine Augen wie ein Regenbogen. Das liegt an einem Mädl. welche er im Zug antraf. Die hatte nämlich ein kurzes Pailettenkleid in Regenbogenfarben an, da sie zur Regenbogenparade unterwegs ist. Dieser Andreas, woher kennt der ein Pailettenkleid?

Unser Weg führt uns nicht zur Regenbogenparade, sondern zum SGP-Platz nach Simmering, der Heimat des FC Mariahilf. Die konnten in 25 Spielen noch keinen Punkt ergattern. Das Torverhältnis beträgt 5:237. Eine erfolgreiche Saison sieht anders aus. Yozgatspor liegt am 8. Tabellenrang. 

Ein Funktionär, der vermutet, dass ich für Ligaportal berichte, verspricht mir, dass sich die Mannschaft heut' bemühen wird. Das Bemühen ist tatsächlich vorhanden, Yozgatsport braucht 20 Minuten, um erstmals anzuschreiben. In der Halbzeit steht es 0:3, das ist für Mariahilf in dieser Saison ein brauchbarer Zwischenstand.

Der Star ist hier aber ohnehin nicht die Mannschaft, sondern der Ground an sich. Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Das Schild am alten Kassenhäuschen verrät, dass der Eintritt 20 Schilling kostet. Für Nostalgiker und Fußballromantiker ist der SGP-Platz wohl der Platz der Plätze. Auch ich würde keine der modernen Arenen gegen diesen Platz eintauschen.

Ein weiterer Funktionär gibt mir Bescheid, dass heute eine Vielzahl an Speisen angeboten wird: "Mir hom Schnitzlsemmel mit Ketchup, Schnitzelsemmel ohne Ketchup, Schnitzelsemmel mit Mayo und Schnitzelsemmel mit Senf!" Nachdem ich eine mit Mayo bestelle, meint die Kantinenlady: "Homma ned, es gibt nur Ketchup!" Meine Beschwerde: "Jetzt host mi aba ongschmettert" wird vom Funktionär mit den Worten: "Naujo, im letzten Saisonspü gibt's hoid nimma so vü!" beantwortet. Das vor meinen Augen frisch frittierte Schnitzel schmeckt übrigens exzellent.

Während Yozgartspor in der 2. Halbzeit 5 weitere Treffer erzielt, verhauen die Gastgeber zwei Hunderter. Schade, das 6. Saisontor wäre wohl enthusiastisch gefeiert worden. Man kann dem FC Mariahilf nur wünschen, dass es langsam wieder bergauf geht. Nachdem man beim Nachwuchs in jeder Altersstufe vertreten ist, sollte dies nur eine Frage der Zeit sein.