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Samstag, 18. Februar 2023

Rudar Prijedor - FK Borac

Prijedor, Gradski Stadion
Kup BiH (Bosnien-Herzegowina), 2.000 Zuschauer, 1:1, 6:5 n.E.

Seit längerer Zeit war für den heutigen Samstag die Begegnung zwischen Michalovce und Dunajská Streda geplant. Anfangs der Woche fragte Andi bei mir nach, ob ich mich auch für Rudar Prijedor vs Borac Banja Luka anfreunden kann. Ja, natürlich! Somit geht es mit der Ursprungsbesatzung statt in die Ostslowakei eben nach Bosnien. Im Gegensatz zur Moderatorin von Alex' Lieblingssender haben wir keine Kuscheljacke dabei. Unglaublich crazy bei einer Temperatur um die 15 Grad.

Apropos Alex: Der bringt seine Mitfahrer mit der Aussage: "Was? Wir sind schon in Slowenien? Ich hab die Grenze gar nicht bemerkt!" ins Schwitzen. Erst nach der Kaffeepause in Zaprešić werden unsere Sorgen weniger. Gegen 11.00 Uhr erreichen wir unser 1. Ziel, eine Cevapi-Grillerei im Norden Prijedors. Wie erwartet werden wir nicht enttäuscht, zur Pljeskavica wird mit dem Nektar ein Bier aus dem 50 Kilometer entfernten Banja Luka geordert.

Womit wir auch schon beim Hauptgrund unseres heutigen Ausflugs wären. Der Zweitligist Rudar Prijedor empfängt im Achtelfinale des bosnischen Cups den FK Borac aus der Stadt des Nektar-Pivos. Borac befindet sich in der bosnischen Premijer-Liga aktuell am 3. Rang - und geht damit als Favorit ins Cupderby.

Gemeinsam mit dem Heimmob rund um die Alcohol-Boys erreichen wir das Stadion. Während die Boys von Beginn an für Stimmung sorgen, füllt sich die Borac-Kurve nach rund 10 Minuten. Der volle Auswärtssektor gibt ein tolles Bild ab. Überraschend sind es jedoch die Fans aus Prijedor, die in der 13. Minute dank des Führungstores durch Demonjić erstmals jubeln können. Nach dem Tor werden erstmals ein paar Fackeln gezündet und zur Entsorgung Richtung des nahen Borac-Sektors geworfen.

Erst in der 43. Minute gelingt Ninković der Ausgleich für die Gäste. Mitte der 2. Halbzeit werden binnen 2 Minuten 2 Akteure von Rudar mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen. Dank einer kämpferisch großartigen Leistung lässt der Außenseiter in der restlichen Spielzeit dennoch kein Tor zu. Alex schüttelt in den letzten 10 Minuten fast durchgehend den Kopf. Bekanntlich möchte der nach dem Spiel zwecks Befriedigung seiner Follower schnellstmöglich nach Hause kommen.

Zu seinem Glück geht es im bosnischen Cup bei einem Remis nach 90 Minuten gleich ins Elfmeter-Schießen. Nachdem die ersten Schützen teilweise grandios scheitern, werden plötzlich alle Elfer verwandelt. Zum Missfallen von Alex geht nun das Penalty-Shoot Out in die Verlängerung. Am Ende behält Rudar zur Freude der Alcohol Boys mit 6:5 die Oberhand. Aufgrund des heutigen Auftritts ist das nicht unterverdient. Der Cup ist halt doch ein toller Wettbewerb.

Ohne Kulturprogramm, aber dafür mit dem einen oder anderen Pivo aus dem Robot-Markt geht es retour in die Heimat.









































Dienstag, 14. Juli 2015

FK Sarajevo - Lech Poznań

Sarajevo, Olimpijski Stadion "Asim Ferhatović - Hase"
CL-Qualifikation, 16.500 Zuschauer, 0:2


Die Anreise von Split nach Sarajevo ist ein Erlebnis für sich. Der 1. Höhepunkt ist die Stadt Mostar mit der berühmten Brücke ("Stari most"). Danach geht die Fahrt entlang der Nevetna weiter - landschaftlich ist diese Gegend extrem reizvoll. Die Essenspause mache ich - wie von Philipp empfohlen - in Jablanica, wo gutes Essen mit traumhafter Aussicht veredelt wird!

3 Stunden vor Spielbeginn komme ich - ohne Navi-Unterstützung - im Hotel Beograd in Sarajevo an. 1,5 Stunden vor Anpfiff bin ich schließlich im Olimpijski Stadion, auch dank eines Fans, der mir eine perfekte Wegbeschreibung gibt. Zuvor habe ich mich im engen, steilen Gassengewirr fast verirrt.

Der Namensgeber des Stadions, Asim Ferhatović - Hase, war eine Clublegende, der in den 60er und 70er-Jahren beim FK spielte. Fertiggestellt wurde es 1950, 1984 fand hier die Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele statt, im Bosnienkrieg diente es als Armeestützpunkt und wurde außerdem schwer beschädigt - und genau vor einem Monat war der Papst hier ;-) Dieses Stadion hat also schon einiges erlebt...

Das heutige Qualifikation-Hinspiel zur Champions-League zwischen dem bosnischen und dem polnischen Meister erleben 16.500 Zuschauer. Mich findet man auf der Istok, der Gegentribüne, die komplett ausverkauft ist. Die Fankurve ist ebenfalls so gut wie voll. Lediglich die riesige Haupttribüne konnte nicht gefüllt werden. Von der Stimmung beim FK bin ich mehr als überrascht, die Kurve macht 90 Minuten durch - unabhängig vom Spielstand. In der 1. Halbzeit hängt bei den Fans aus aktuellem Anlass ein riesiger Banner: "Never Forget Srebrenica Genocide". Der Sektor von Lech ist ebenso voll - aber das konnte man durchaus so erwarten.

Das Spektakel auf den Rängen ist besser wie das Spiel, welches ziemlich zerfahren ist. Sarajevo kommt nur zu wenigen Chancen, Posen ist den Hauch besser und geht kurz vor der Pause in Führung. Irgendwie spürt man, das dies die Vorentscheidung ist. In der 2. Halbzeit kontrolliert Lech das Spiel - und ausgerechnet Dennis Thomalla, der im Vorjahr noch für den SV Ried spielte, macht mit dem 0:2 alles klar. Die Fankurve von Sarajevo zieht trotzdem Ihr Ding durch! Bravo! Danke an die Fans für den stimmungsvollen Länderpunkt Bosnien-Herzegowina.

Am nächsten Tag geht die Fahrt über Landstraßen quer durch die teilweise wunderschöne Landschaft Bosniens zurück nach Kroatien, wo am Donnerstag in Rijeka das letzte Spiel meiner Reise auf mich wartet. Die Dame im Hotel in Sarajevo sagt zu mir beim Auschecken "I wish you a nice Flight"! Tja, mein Nissan is ja eine treue Seele, aber fliegen wird er auf seine alten Tage wohl auch nicht mehr lernen...