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Samstag, 15. August 2026

Union Haag - Sportunion Wolfsbach

Haag, Sportanlage
2. Klasse Ybbstal, 380 Zuschauer, 2:2

  

Der Grund, warum ich trotz geographischer Nähe die Union Haag nicht besuchte ist jener, da die Haager in der 1. Klasse West keinen attraktiven Derbygegner hatten. „Dank” des Abstiegs von Haag in die 2. Klasse hat sich das nun geändert. Gleich am 1. Spieltag der 2. Klasse Ybbstal steigt das Derby gegen die Sportunion Wolfsbach - zum 1. Mal seit 15 Jahren!

Anlässlich dieses Ereignisses füllt sich die Haager Sportanlage mit 380 Besuchern hervorragend. Das ist umso beachtlicher, da das Thermometer bei Anpfiff 35 Grad anzeigt. Der Platzsprecher von Haag begrüßt die Zuschauer mit den Worten: „Herzlich willkommen zur Meistersaison 2026/27!” Ein schöner Versprecher zum Saisonstart.

Schiri Flatzensteiner ist nicht nur routiniert, sondern auch streng:  Nachdem er die Teams zum Mittelkreis geführt hat, kommt er zu dem Haager Nachwuchsspieler, der heute die Aufgabe des Linienrichters übernimmt, und ermahnt diesen: "Linienrichter, du nimmst deine Aufgabe ernst!" Der Bursche fragt nach: "Oba Obseits muas i ned zagn, oda?" Flatzensteiner antwortet. "Na! Oba a Out!"

Somit wäre alles geklärt. Die Gäste, die im Vorjahr die 2. Klasse Ybbstal im Mittelfeld abgeschlossen haben, sind zu Beginn besser. Die Führung in der 23. Minute durch Biticaj ist daher auch verdient. Nach dem Tor spielt nur noch "Woischboch", was einem Herren neben mir zur Aussage: "De hom jo übahaupt ka Chance, de Hooga!" bewegt. Umso überraschender kommt der Ausgleich von Nico Harrer in der 43. Minute.

In der Pause geht es in die Kantine, in der neben Schnitzelsemmeln auch Bosna angeboten werden. Die Nähe zu Oberösterreich ist spürbar. 

Ein konträres Bild bietet die 2. Halbzeit. Haag, die durch den Ausgleich kurz vor der Pause offensichtlich viel Selbstvertrauen getankt haben, sind von nun an klar besser. Die Folge ist der Treffer zum 2:1 von Dominik Bichler in Minute 72. Der Treffer ist ähnlich verdient wie das 0:1 in der 1. Halbzeit. 

Aufgrund der Trinkpause, mehrerer Wechsel und einiger Verletzungspausen lässt Flatzensteiner entsprechend lange nachspielen. In dieser Nachspielzeit gelingt Biticaj tatsächlich noch der Ausgleich. Somit endet das 1. Derby zwischen Haag und Wolfsbach mit 2:2. Der Platzsprecher informiert nach dem Abpfiff, dass es sich um den 1. Punktgewinn von Wolfsbach gegen Haag seit 2005 handelt. Wenn das kein Grund zum Feiern ist...





































Freitag, 7. Juni 2024

FCU Ertl - ÖTSU Steinakirchen

Ertl, Sportplatz
2. Klasse Ybbstal/Alpenvorland, 620 Zuschauer, 2:1

  

Dank eines 3:1-Erfolges gegen Scheibbs vor 2 Wochen verdrängte der FC Ertl die Scheibbser von der Tabellenspitze der 2. Klasse Ybbstal/Alpenvorland. Dadurch hat man heute im letzten Saisonspiel die Chance, sich erstmals in der Vereinsgeschichte zum Meister zu krönen. Dazu benötigt es "nur" einen Sieg gegen die ÖTSU Steinakirchen, die im Mittelfeld der Tabelle liegen.

Diese Ausgangslage, und wohl auch der Umstand, dass im Spiel gegen Scheibbs nicht mir Pyro gespart wurde, überzeugten auch Brucki. Es geht also zu weit in die 1.250 Einwohner zählende Gemeinde, die im Bezirk Amstetten liegt. Apropos Brucki: Mit ihm kommt es vor dem Spiel zu einem Biertausch, während ich ein "doppeltes" Bier aus Tschechien bekomme, erhält Brucki von mir eines aus Bayern. Die Tauschbiere werden am Parkplatz verkostet.

Ein Herr sieht das und möchte auch gleich wissen "ob wir leicht die Bierverkäufer sind?" Unsere Verneinung nimmt der offensichtlich schwer unterhopfte Herr mit Enttäuschung zur Kenntnis. Nach der Stärkung geht es auf den Sportplatz, wo wir uns als Nachspeise mit Spiralkartoffeln eine rare Sportplatzspeise genehmigen.

620 Besucher wollen heute bei dem möglicherweise historischen Ereignis mit dabei sein. Auf einer der Längsseiten dienen übereinandergestapelte Paletten als Zusatztribüne. Schon vor dem Anpfiff brennt ein motivierter Bursche einen Test(?)-Bengalo ab. Der Test gelingt, also wird beim Auflaufen der Mannschaften gleich noch einmal gezündelt.

Man sieht es den Spielern an, was heute auf dem Spiel steht. Ertl wirkt gehemmt, während Steinakirchen locker darauf los spielt. In der 19. Minute folgt tatsächlich die kalte Dusche, Fabian Zehetner trifft - nicht unverdient - zur Führung der Gäste. Nachdem nur kurz darauf Steinakirchen eine weitere gute Chance vergibt, meint ein Herr neben mir überraschend ruhig: "Hinten samma a bissl nervös!" 

Die nicht nur hinten nervösen Jungs aus Ertl kämpfen sich jedoch zurück in die Partie - und gleichen in der 31. Minute durch Rene Steinparzer zum 1:1 aus, was auch den Halbzeitstand bedeutet. Die 15 Minuten in der Pause gehören der Musikkapelle Ertl, die die eine oder andere bekannte Melodie zum Besten gibt.

Nicht ganz so souverän wie die Kapelle agiert der Fußballverein, der sich auch in der 2. Halbzeit schwer tut. Als um die 80. Minute plötzlich Bengalos gezündet werden, frage ich Brucki, warum das ausgerechnet jetzt passiert? Natürlich hat Brucki der Szenespezialist, eine Antwort auf Lager: "Naujo, sie san vors Tor kumma!"

Es mag Zufall sein, aber während dieser Pyroeinlage versenkt der Spieler mit dem klingenden Namen Stanislav Klobasa die Kugel zum 2:1 im Tor, was zu einer kurzzeitigen Eskalation im Publikum führt. In den restlichen 10 Minuten verteidigt Ertl die Führung erfolgreich, womit man nun tatsächlich erstmals in der Vereinsgeschichte einen Meistertitel feiern kann. Nach dem Schlusspfiff stürmt gefühlt der halbe Ort auf das Spielfeld, um mit den Jungs zu feiern. Wer kann es ihnen verdenken? Herzlichen Glückwunsch!