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Dienstag, 25. August 2020

Junge Wikinger Ried - Sturm Graz Amateure

Hohenzell, Ried-Akademie
Regionalliga Mitte, 150 Zuschauer, 2:4


Die 2er des SV Ried nennen sich seit einiger Zeit bekanntlich die Jungen Wikinger. Genauso einzigartig wie der Vereinsname ist auch die Tatsache, dass die Wikinger gleich auf 3 verschiedenen Plätzen Ihre Heimspiele bestreiten. Neben der Rieder Arena wird gerne auch im alten Rieder Stadion gespielt. Es gibt dann aber auch noch das weitläufige Gelände der Ried-Akademie, welches sich in der Gemeinde Hohenzell befindet. Dort treffen die Jungen Wikinger heute auf den ebenso jungen Sturm-Nachwuchs in der Regionalliga Mitte aufeinander.

Da sich die Akademie doch ziemlich in der Rieder Peripherie befindet und das Spiel an einem Dienstag stattfindet, rechne ich mit einer Handvoll Interessierte. Doch bei meiner Ankunft rund 15 Minuten vor Spielbeginn ist der offizielle Parkplatz bereits voll, sodass ich mein Gefährt, wie viele andere auch, entlang der Straße abstelle. 150 Besucher sind es schlussendlich, das liegt deutlich über meinen Erwartungen.

Während die Mannschaften das Spielfeld betreten schreit ein Besucher: "Gemma Ama's!" Unmittelbar darauf meint er: "Aso, des könn'ma heit ned sogn, san jo beide Ama's!" Die favorisierten Sturm-Youngsters legen los wie die Feuerwehr, in der stürmischen Anfangsphase landet ein Ball an der Querlatte und ein Elfmeter an der Stange.

In der 14. Minute erzielt Lang die verdiente Grazer Führung, Ried egalisiert diese 2 Minuten später. Sturm lässt sich nicht lumpen und trifft exakt 60 Minuten nach dem Ausgleich abermals. Was für ein Beginn. Das Spiel ist nicht nur der Tore wegen sehenswert, ich kann mich nicht erinnern, wann ich in letzter Zeit ein derart flottes Match gesehen habe.

In der 29. Minute gibt es schon wieder Elfmeter für die Sturm-Amateure, diesmal verwertet Tobias Strahlhofer mit einem Strahl von einem Torschuss. Grund für den Elfmeter war übrigens ein umstrittenes Handspiel. Schiri Leitner ist ab diesem Zeitpunkt Staatsfeind Nummer 1 im Rieder Publikum. Als er in der Halbzeit in seine Kabine geht, wird er von einem Besucher mit "Der Öfa wor a schond!" aus einem Meter angeplärrt.

In der Kantine wird eine Schnitzelsemmel angeboten, da greif ich natürlich zu. Nach dem 1:4 in der 51. Minute spricht mich ein ältere Herr resignierend an: "Do kumm ma ned mit! De san schnölla wia mia!" Ein anderer, ebenso alter Herr: "Mia steign sowieso ob!" Bei einem Spiel der 2. Runde ist so eine Meldung doch etwas vorschnell, meine ich!

Dem Fixabsteiger gelingt in der Schlussminute mit ihrem 2. Tor immerhin noch Ergebniskorrektur. Die 3 Punkte gehen aber nach Graz, und das ist auch so in Ordnung. Obwohl ich kein Experte der Regionalliga Mitte bin, behaupte ich, dass die Sturm-Ama's heuer um den Titel mitspielen werden, das war schon sehr gut, was man heute gezeigt hat.

























Samstag, 7. September 2019

Junge Wikinger Ried - ATSV Stadl-Paura

Ried, Stadion (Alt)
Regionalliga Mitte, 160 Zuschauer, 4:0


Die im Vorjahr in die Regionalliga aufgestiegenen Jungen Wikinger aus Ried tragen ihre Heimspiele üblicherweise in der Josko-Arena aus, die sich am Messegelände befindet. Da hier gerade die Rieder Messe abgehalten wird, weicht man für die heutige Partie gegen Stadl-Paura in das 1968 eröffnete "alte" Stadion am Voglweg aus, welches der SV Ried bis zum Ende der Saison 2002/2003 als Heimstätte diente.

Im Alltag wird dieses Stadion nun von den Leichtathleten benützt, hin und wieder trägt die SVR hier auch Testspiele aus. Der Regionalliga-Aufritt der 2er von Ried ist heute auf jeden Fall die perfekte Gelegenheit für mich, hier anzuschreiben. Coach der jungen Wikinger ist übrigens Ried-Haudegen Herwig Drechsel. Der kennt dieses Stadion also wie seine Westentasche.

Stadl-Paura ziert nach einem ganz miesen Saisonstart das Tabellenende. Die Jung-Rieder befindet sich ebenfalls im unteren Drittel der Tabelle, es darf also von einem ausgeglichenen Spiel ausgegangen werden. Die 160 Besucher sehen jedoch eine starke Performance der Rieder Mannschaft, die ihre Überlegenheit auch in Tore ummünzen kann. Nach 24 Minuten führt man dank eines Doppelpackes von Lukas Schlosser bereits mit 2:0. Nach dem 2. Goal platzt dem Stadl-Paura-Keeper der Kragen. Aus voller Inbrunst brüllt er seine Mitspieler an: "Jetzt werds amoi wach! Für wos samma do herkumma?"

Vielleicht auch Dank des Weckrufes kassieren die Gäste bis zur Halbzeit kein weiteres Tor. Von einem eigenen Torerfolg ist man freilich weit entfernt. Ich besuche in der Pause die altehrwürdige Kantine. Bosna und Rieder Märzen steht auf dem Speiseplan. Sehr ordentlich!

Beim Zurückbringen des Pfandbechers meint die Ausschank-Dame: "Jetzt konnst aufs Voiksfest geh', da Stier is scho eingfongt!" Ganz abgesehen davon, dass ich beim Fußball bleiben will, hinterlässt diese Meldung ein paar Fragezeichen in meinem Kopf. Meine Recherche ergibt, dass heute Vormittag bei der Messe ein entlaufener Stier 8 Menschen verletzt hat! Was diesen Stieren immer einfällt!

Ich bleibe trotzdem hier und absolviere in Halbzeit 2 die Umrundung des Stadions. Old Style pur! Die Wikinger sind auch nach der Pause dominant und erzielen 2 weiter Tore. Mit dem 4:0 findet hat man den Anschluss ans Mittelfeld gefunden. Stadl-Paura steckt weiterhin in einer tiefen Krise.

Anmerkung am Rande: Bevor die 2er aus Ried zu den Jungen Wikingern mutierte, nahm man gemeinsam mit Neuhofen im Innkris unter dem Namen Neuhofen/Ried-Amateure am Meisterschaftsbetrieb teil