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Dienstag, 25. August 2015

Shakthar Donetsk - SK Rapid

L'viv, Arena
Champions League, Play-off, 28.417 Zuschauer, 2:2


Nach dem grandiosen Aufstieg gegen Ajax spielt Rapid nun gegen Shakthar Donetsk um den Einzug in die Champions League. Trotz der 0:1 Niederlage im Prater hat man das Gefühl, dass hier das letzte Wort noch nicht gesprochen ist - Schon alleine diese Tatsache beweist, auf welch gutem Weg sich die Grün-Weißen derzeit befinden ....

Nachdem ich das Spiel in Amsterdam arbeitsbedingt auslassen musste, feiere ich heute in der Ukraine meinen 20. Länderpunkt. Gespielt wird auf Grund der Unruhen in der Ostukraine nicht in Donetsk, sondern in L'viv, im Westen des Landes.

Begleitet werde ich von Hannes. Nach einem kurzen 55-Minuten - Flug und dem Transfer in die Stadt checken wir beim Beer-Theater im Zentrum ein, wo wir selbstgebrautes Bier verkosten. Ich teste die Frau Bibbentrop, dessen Flasche eine bekannte deutsche Politikerin ziert. (siehe Foto 7)

Nachdem ich Frau Merkel geleert hab, treffe ich auf meine Groundhopperkollegen Andi und Brucki, die einen Flug später eintreffen. Bruckis Kulturprogramm steht bevor. Zu uns gesellt sich noch eine Family aus dem Weinviertel, die ebenfalls bei dieser Sighseeing-Tour mitmacht... Ob die wissen, was ihnen bevorsteht? :-)

Brucki hat - wie immer - ein buntes Programm zusammengestellt. Neben den kulturellen Höhepunkten der 730.000 - Einwohner - Stadt umfasst dieses auch 2 weitere Stadien und das Museum von Karpaty L'viv, dem hiesigen Fußballklub. Hier der detaillierte Link vom Meister persönlich. Brucki geizt auch nicht mit Zitaten. Bei der Besichtigung der ehemaligen Synagoge meint er "Hier würde man etwas sehen, wenn man es sehen könnte". Das hat Tiefgang und regt das Gerhirn zum Nachdenken an! Bei der Statue von Sacher-Masow hätte es ein Café gegeben inkl. Auspeitschmöglichkeit. Trotz leichter Proteste unsererseits war dieses Kaffeehaus kein Bestandteil der Besichtigung :-)

Aufgrund des Preisniveaus mieten wir uns für ein paar Stunden (!!) ein Taxi, das uns zu den diversen Plätzen der Stadt bringt. Das bei dieser Tour 7 (!!) Personen in einem ganz normalen PKW unterwegs, möchte ich hier nur am Rande erwähnen....

Nach diesem erlebnisreichen Tag geht es abends in die Arena L'viv, wo Shakthar die Heimspiele austrägt. Kurios ist die Tatsache, dass Donetsk weiter entfernt liegt als Wien... Die Arena im Süden der Stadt wurde für die Euro 2012 errichtet, eingeweiht wurde sie 2011 mit dem Länderspiel zwischen der Ukraine und Österreich, bei der Marcel Koller sein Debut als Teamchef feierte.

Doch heute zählt nur Rapid! 28.417 sind heute im Stadion, darunter ca. 1000 Rapidler. Donetsk beginnt überfallsartig und trifft bereits in der 10. Minute zum 1:0. Doch typisch für Rapid 2015, erzielt Loius Schaub 3 Minuten später den Ausgleich. Als es in der 22. Minute Freistoß an der Strafraumgrenze gibt - und sich Steffen Hofmann den Ball hinlegt - spürt der ganze Sektor: Das macht er! Und so sollte es auch sein - Ekstase pur ist die Folge, diese Emotionen kann man nicht in Wörter fassen! Doch genau das ist der Grund ist der Grund, warum wir diesen Verein lieben und begleiten!

Doch dieses Hochgefühl hält leider nur ganze 5 Minuten - denn da fällt der abermalige Ausgleich. 2:2 - Pause. Wir brauchen ein weiteres Tor. In der 2. Halbzeit erleben wir ein abwechslungsreiches, spannendes Spiel, in der Rapid takttisch ausgezeichnet gegen den Favoriten, der einen 7fach höheren Marktwert besitzt,dagegenhält. Je länger das Spiel dauert, desto dominanter treten wir auf .... Trotz Gelb-Rot für Sonnleitner folgt eine dramatische Schlussphase, in der Beric freistehend vor dem Tor "verköpfelt" und Prosenik in Minute 95 an die Stange knallt. Wie bitter, Millimeter fehlen auf den Einzug in die Champions League! Das tut weh! Doch wir sind alle Stolz auf diese Mannschaft. Das war Spitze, das hat Freude gemacht! Nun blicken wir gespannt auf die Europa-League - Auslosung am Freitag.

24 Stunden nach Tagwache komme ich wieder daheim an! Danke Rapid für dieses Erlebnis!








































Dienstag, 14. Juli 2015

FK Sarajevo - Lech Poznań

Sarajevo, Olimpijski Stadion "Asim Ferhatović - Hase"
CL-Qualifikation, 16.500 Zuschauer, 0:2


Die Anreise von Split nach Sarajevo ist ein Erlebnis für sich. Der 1. Höhepunkt ist die Stadt Mostar mit der berühmten Brücke ("Stari most"). Danach geht die Fahrt entlang der Nevetna weiter - landschaftlich ist diese Gegend extrem reizvoll. Die Essenspause mache ich - wie von Philipp empfohlen - in Jablanica, wo gutes Essen mit traumhafter Aussicht veredelt wird!

3 Stunden vor Spielbeginn komme ich - ohne Navi-Unterstützung - im Hotel Beograd in Sarajevo an. 1,5 Stunden vor Anpfiff bin ich schließlich im Olimpijski Stadion, auch dank eines Fans, der mir eine perfekte Wegbeschreibung gibt. Zuvor habe ich mich im engen, steilen Gassengewirr fast verirrt.

Der Namensgeber des Stadions, Asim Ferhatović - Hase, war eine Clublegende, der in den 60er und 70er-Jahren beim FK spielte. Fertiggestellt wurde es 1950, 1984 fand hier die Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele statt, im Bosnienkrieg diente es als Armeestützpunkt und wurde außerdem schwer beschädigt - und genau vor einem Monat war der Papst hier ;-) Dieses Stadion hat also schon einiges erlebt...

Das heutige Qualifikation-Hinspiel zur Champions-League zwischen dem bosnischen und dem polnischen Meister erleben 16.500 Zuschauer. Mich findet man auf der Istok, der Gegentribüne, die komplett ausverkauft ist. Die Fankurve ist ebenfalls so gut wie voll. Lediglich die riesige Haupttribüne konnte nicht gefüllt werden. Von der Stimmung beim FK bin ich mehr als überrascht, die Kurve macht 90 Minuten durch - unabhängig vom Spielstand. In der 1. Halbzeit hängt bei den Fans aus aktuellem Anlass ein riesiger Banner: "Never Forget Srebrenica Genocide". Der Sektor von Lech ist ebenso voll - aber das konnte man durchaus so erwarten.

Das Spektakel auf den Rängen ist besser wie das Spiel, welches ziemlich zerfahren ist. Sarajevo kommt nur zu wenigen Chancen, Posen ist den Hauch besser und geht kurz vor der Pause in Führung. Irgendwie spürt man, das dies die Vorentscheidung ist. In der 2. Halbzeit kontrolliert Lech das Spiel - und ausgerechnet Dennis Thomalla, der im Vorjahr noch für den SV Ried spielte, macht mit dem 0:2 alles klar. Die Fankurve von Sarajevo zieht trotzdem Ihr Ding durch! Bravo! Danke an die Fans für den stimmungsvollen Länderpunkt Bosnien-Herzegowina.

Am nächsten Tag geht die Fahrt über Landstraßen quer durch die teilweise wunderschöne Landschaft Bosniens zurück nach Kroatien, wo am Donnerstag in Rijeka das letzte Spiel meiner Reise auf mich wartet. Die Dame im Hotel in Sarajevo sagt zu mir beim Auschecken "I wish you a nice Flight"! Tja, mein Nissan is ja eine treue Seele, aber fliegen wird er auf seine alten Tage wohl auch nicht mehr lernen...