Sonntag, 16. Februar 2020

SS Sambenedettese - Ravenna FC

San Benedetto del Tronto, Stadio Riviera delle Palme
Serie C - Girone B, 2.240 Zuschauer, 1:2


In San Benedetto del Tronto sollte nicht nur das abschließende Spiel unserer Kurzreise über die Bühne gehen, sondern auch der Regionspunkt Marken eingefahren werden. Die Heimstätte der SS Sambenedettese ist das hübsche Stadio Riviera delle Palme, welches immerhin eine Kapazität von 22.000 Plätzen aufweist. Um das "Palmenküstenstadion" stehen übrigens tatsächlich unzählige Palmen herum, wie man auch auf der Fotostrecke erkennen kann.

Heute empfängt Sambenedettese in der Serie C die Mannschaft aus Ravenna. Man steckt derzeit in einer richtigen Krise, aus den letzten 5 Spielen konnten lediglich 2 Punkte erobert werden. Gegen Ravenna, das 9 Punkte dahinter rangiert, sollte heute endlich wieder ein Dreier eingefahren werden.

Es gelingt dann auch der perfekte Start, vor 2.240 Besuchern geht Samb nämlich schon in der 3. Minute durch den Abwehrspieler Mirku Miceli unter kräftiger Mithilfe des Gästegoalies in Führung. Man ist auch klar besser, aber typisch für ein Krisenteam, erzielt der Gegner mit einem der seltenen Vorstöße den Ausgleich. 40 Minuten sind gespielt.

Wie bereits mehrmals während dieser Reise greife ich auch hier zu einem Pausenespresso. Kein Kaffee der Welt kann auch nur annähernd mit einem italienischen Espresso mithalten. In der ausgeglichenen 2. Halbzeit setzen Mozart und ich die Tribuna Est Mare von jeder Seite in Szene, auch der Unterrang wird nicht ausgelassen. Als wir uns gerade auf der Höhe des Daches befinden, geht Ravenna in der 74. Minute durch Benjamin Mokulu in Führung. Warum unmittelbar nach diesem Tor aus dem Samb-Block eine Fackel gezündet wird, ist mir nicht ganz klar, vielleicht wurde da ja auch etwas verwechselt :-)

Beim Gastgeber sitzt der Schock auf jeden Fall tief, man bringt in der verbleibenden Spielzeit keinen einzigen vernünftigen Angriff mehr zustande. Es bleibt damit bei der bitteren Heimniederlage. Die Serie des Grauens wird damit prolongiert. Die Spieler beweisen nach dem Spiel Mut, indem sie sich dem wütenden Fanblock stellen und dort brutal ausgebuht werden.

Somit endet unsere Reise mit dem 5. Auswärtssieg im 6. Spiel. Hätte man darauf gewettet, wäre man definitiv mit mehr Geld heimgekommen, als die ohnehin günstige Reise gekostet hat.






































Real Giulianova - Cattolica Calcio

Giulianova, Stadio Rubens Fadino
Serie D - Girone F, 500 Zuschauer, 1:1


Das an der Adria liegende Giulianova befindet sich im Nordosten der Region Abruzzen. Nach einer Kulturrunde durch die Stadt geht es auch schon zum Stadion. Nachdem man gestern bereits Atletico Giulianova in Frondarola beobachten durfte, ist heute mit Real der "große" Verein Giulianovas' an der Reihe. Real spielt in der Serie D, in der man heute heute den unmittelbaren Tabellennachbarn Cattolica empfängt. Es ist kein unwichtiges Spiel, befinden sich doch beide Mannschaften im Abstiegskampf.

Beim Betreten des Stadio Rubens Fadino stellen wir fest, dass nicht nur Giulianova, sondenr auch Cattloca mit einer kleinen, aber feinen Fanszene am Start ist. Die Fangruppen tauschen bereits jetzt nette Wörter samt dazugehöriger Gesten aus. Die Bewohner Giulianovas dürften überhaupt Meister der nonverbalen Kommunikation sein, wie wir in den folgenden 90 Minuten feststellen sollten.

Bei prächtigem Wetter und guter Stimmung sehen die 500 Besucher von Beginn an ein Spiel auf Augenhöhe. Wenig überraschend geht auch im 5. Abruzzen-Spiel das Auswärtsteam durch Luca Battistini in Führung. Während die Cattolica-Fans vor Freude fast durchdrehen, dürften einige Anhänger der Heimischen vor dem Tor ein Foul gesehen haben.

Dies wird dem Schiedsrichterteam unmissverständlich, sowohl verbal als auch nonverbal, mitgeteilt. Sehr interessant finden Philipp und ich jene Geste, die wir als "Mischmaschine" bezeichnen. Die Mischmaschine wird von einem Besucher vor uns immer wieder gekonnt eingesetzt. In der Pause können sich die Gemüter wieder beruhigen.

Alberto Torelli sorgt in der 65. Minute mit dem Ausgleichstreffer für Jubel unter den Fans der Heimischen. 1:1. In der Folge kann sich keine der beiden Teams einen entscheidenden Vorteil verschaffen, die Besucher sind nach wie vor ständig am Schimpfen und Gestikulieren. Der Schiri dürfte jedoch Wörter wie "Bastardo!" gewohnt sein, denn er wirkt das ganze Spiel über unbeeindruckt und souverän.

Es bleibt beim gerechten 1:1, somit konnte im 5. Spiel unserer Reise zum 1. Mal ein heimisches Team anschreiben. Für unsere abschließende Partie verlassen wir die Abruzzen, es geht nämlich in das in der Region Marken liegende San Bernedetto del Tronto.