Wien, Sportplatz Siebenhirten
1. Klasse Ost, 100 Zuschauer, 3:4
Da der ASK Erlaa vom niederösterreichischen in den Wiener Verband wechselte, gehört das "Wiener Derby"im NÖ-Verband" der Vergangenheit an. Da kommt mir heute der USC aus dem benachbarten Perchtoldsdorf als Gegner gerade recht. Das Duell zwischen Siebenhirten und Perchtodsdorf ist jenes zwischen dem Vorletzten und dem Tabellenzweiten der 1. Klasse Ost, in welche Siebenhirten nach dem vorjährigen Meistertitel in der 2. Klasse Ost/Mitte aufstieg.
100 Besucher sind neugierig, wie sich Siebenhirten heute gegen den vermeintlich übermächtigen Gegner schlagen wird. Siebenhirten geht - angetrieben von einem zweiköpfigen Kinder-Fanclub - motiviert ans Werk. Gleich nach dem Anpfiff wird der Flügelstürmer auf die Reise geschickt. Der Ball ist jedoch zu scharf und landet hinter dem Tor bei mir. Damit habe ich den 3. Ballkontakt dieser Partie.
In der 5. Minute ist es dann doch der Favorit, der dank Axmann in Führung geht. In der Folge sind einige Leerläufe zu sehen, was einen Besucher zu der Aussage „Not gegen Elend!” verleitet. Kaum ausgesprochen, trifft Kneissl zum 0:2. Die Gäste vergeben vor der Pause noch mehrere Sitzer.
Die Kantine bietet zu Wieselburger und Gösser allerhand warme Speisen an. Ich entscheide mich für ein Fleischlaberlsemmerl. Unmittelbar nach der Pause trauen die Besucher ihren Augen nicht. Keita und Hintermüller stellen mit ihren Treffern in der 47. bzw. 48. Minute auf 2:2. Unmittelbar darauf scheitert man gegen die kurzzeitig völlig verunsicherten Gäste nur knapp am Führungstreffer.
In der 68. Minute stellt Perchtoldsdorf die alte Ordnung wieder her: Erak triff nach schönem Solo. Kurz darauf gibt es Elfmeteralarm. Bei dieser Szene kläfft auch ein Sportplatzköter. Ein Besucher teilt dem Schiri dies mit: "Heast Schiri, do regt sich sogor da Hund auf!". Kneissl bleibt unbeeindruckt und sorgt mit seinem 2. Tor für die Vorentscheidung.
In der Nachspielzeit gelingt dem SC Siebenhirten durch einen Weitschuss noch der Anschlusstreffer zum 3:4. Obwohl wenn ein Besucher "Ausgleich!" Richtung Spielfeld plärrt, sollte es dabei bleiben. Beim Verlassen des Geländes werde ich Ohrenzeuge des folgenden Dialogs zweier Anhängern aus Perchtoldsdorf: Auf die Frage "Nau, bist jetzt zufrieden?" antwortet der mürrisch dreinblickender Begleiter: "Wer do zufrieden is, der hod scho' valurn!"
Sieben Tore in Siebenhirten inklusive guter Unterhaltung. Was will man mehr?






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